"Sea-Watch 4" eilt "Louise Michel" zur Hilfe

"Sea-Watch 4" eilt "Louise Michel" zur Hilfe
UN fordern Öffnung von Häfen
Die Vereinten Nationen haben die Öffnung von Häfen im Mittelmeer für Schiffe mit geretteten Menschen gefordert. Hunderte Migranten und Flüchtlinge müssten sicher an Land gehen dürfen.

Die Vereinten Nationen haben eine sichere Ausschiffung von weit mehr als 400 auf dem Mittelmeer festsitzenden Flüchtlingen und Migranten gefordert. Anrainerstaaten müssten ihre Häfen öffnen und die Menschen an Land gehen lassen, verlangten das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Samstag in Genf. 

Der humanitäre Imperativ, Leben zu retten, dürfe nicht bestraft werden, hielten die Hilfswerke fest. Das UNHCR und die IOM nannten das kirchlich mitfinanzierte Schiff "Sea-Watch 4" mit mehr als 200 Menschen, das Rettungsschiff "Louise Michel" mit weiteren mehr als 200 Migranten und Flüchtlingen sowie den Tanker "Maersk Etienne", auf dem sich 27 Hilfsbedürftige befänden, darunter Kinder und eine schwangere Frau. Die Menschen harrten seit dem 5. August auf dem Tanker aus, hieß es.

Häfen für Rettungsschiffe gesperrt

Zum Schutz vor der Corona-Pandemie hatten Anrainerstaaten des Mittelmeeres die ohnehin restriktive Flüchtlings- und Migrationspolitik weiter verschärft. Häfen wurden selbst für Seenotrettungsschiffe gesperrt. Unterdessen änderte die "Sea-Watch 4" am Samstag ihren Kurs, um der manövrierunfähigen "Louise Michel" zu helfen. Die Organisation Sea-Watch teilte am Mittag auf Twitter mit, die beiden Rettungsschiffe seien noch vier Stunden voneinander entfernt. 

"Sea-Watch"-Crew via Twitter:

 

Einen Toten geborgen

Die zehn Besatzungsmitglieder der "Louise Michel" sicherten alleine am Freitag ein Boot mit 130 Menschen. Eine Person sei tot aufgefunden, teilte die Besatzung der "Louise Michel" auf Twitter mit. Unter den Geretteten seien viele Frauen und Kinder. Die zehn Besatzungsmitglieder kümmern sich nun insgesamt mehr als 200 Menschen. Aufgrund des überfüllten Decks und einer an der Seite ausgefahrenen Rettungsinsel sei das Schiff manövrierunfähig. Das Rettungsschiff bat bereits die italienische Küstenwache und das maltesische Militär um Hilfe.

Die "Louise Michel" hatte bei den zurückliegenden Rettungsaktionen der "Sea-Watch 4" assistiert. Das Sea-Watch-Schiff wird überwiegend aus kirchlichen Spenden finanziert. Der international bekannte Street-Art-Künstler Banksy unterstützt die "Louise Michel". Er kaufte das frühere Schiff der französischen Marine für die Seenotrettung im Mittelmeer und bemalte es. Kapitänin der "Louise Michel" ist Pia Klemp, die auch schon für Sea-Watch im Einsatz war.

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