"Mission Lifeline" setzt weiteres Zeichen für Menschlichkeit

Mitarbeiter von "Mission Lifeline"

© epd-bild/Danilo Campailla/Mission Lifeline

Mitarbeiter von "Mission Lifeline" 2018 im internationalen Gewässer vor der libyschen Küste bei der Seenotrettung.

"Mission Lifeline" setzt weiteres Zeichen für Menschlichkeit
Die Dresdner Hilfsorganisation "Mission Lifeline" startet am 16. Juni eine internationale Aktionswoche auf dem Mittelmeer.

Unter dem Motto "Yachtfleet" seien bis zum 25. Juni mehrere private Schiffe unterwegs, um ein Zeichen für Humanität und Menschlichkeit zu setzen, sagte Lifeline-Sprecher Axel Steier dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden. Sie hätten auch Rettungsmittel für rund 250 Menschen dabei. Bis etwa 80 Personen könnten - falls notwendig - an Bord der Yachten genommen werden, um sie in den nächsten sicheren Hafen zu bringen.

Derzeit bereiteten sich rund 30 Teilnehmer auf die Aktion vor, sagte Steier. Zunächst seien zwei kleinere und zwei größere Yachten im Einsatz. In den kommenden Tagen will der Verein Steier zufolge die GPS-Koordinaten bekanntgeben, damit Kurzentschlossene noch dazu stoßen könnten.

Zu Beginn der Aktionswoche ist ein Gedenken an die Toten in Mittelmeer geplant, wie es weiter hieß. Dazu wurde ein Fürbittgebet verfasst. Es heißt darin unter anderem: "Wenn in diesen Tagen immer wieder über die Seenotrettung gesprochen wird, dann lasst uns nicht weghören und wegschauen und solidarisch durch unsere Worte und Taten, durch unsere Gebete dabei sein." Kirchgemeinden seien eingeladen, in ihrem Gottesdiensten am 16. Juni das Gebet zu verlesen.

Die Dresdner Seenotretter "Mission Lifeline" hatten im Sommer vergangenen Jahres im Mittelmeer 234 Flüchtlinge an Bord genommen. Erst nach tagelanger Irrfahrt durfte das Schiff in Valletta anlegen und wurde danach von den maltesischen Behörden beschlagnahmt. "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch musste sich in Valletta vor Gericht verantworten und wurde vor wenigen Wochen wegen falscher Registrierung des Rettungsschiffes zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Reisch hat inzwischen Revision gegen das Urteil eingelegt.