Tafeln fordern staatliche Unterstützung

Frankfurter Tafel

© epd-bild/Heike Lyding

Lebensmittel werden an etwa 1,5 Millionen Bedürftige weitergegeben von den Tafeln.

Tafeln fordern staatliche Unterstützung
Der Dachverband der Tafeln in Deutschland fordert eine Grundfinanzierung durch den Staat.

Nur so könne sichergestellt werden, dass überschüssige Lebensmittel flächendeckend vor der Mülltonne gerettet werden können "und dort ankommen, wo sie benötigt werden", sagte der Vorsitzende des Vereins Tafel Deutschland, Jochen Brühl, am Dienstag in Berlin. Aktuell bewahrten die bundesweit rund 60.000 ehrenamtlichen Mitarbeiter der mehr als 940 Tafeln pro Jahr demnach mehr als 260.000 Tonnen Nahrung vor dem Wegwerfen. Diese Lebensmittel würden an etwa 1,5 Millionen Bedürftige weitergegeben.

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Zudem hätten viele Tafeln nicht genügend Geld, um auch Großspenden, die auf Paletten angeliefert würden, anzunehmen. Auch Kühlschränke, Strom- und Transportkosten müssten bezahlt werden.

Der Dachverband zitierte aus einer Studie des "World Wide Fund For Nature", wonach in Deutschland jedes Jahr rund 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeschmissen werden. Das entspreche der Menge aller Lebensmittel, die zwischen Januar und Mai produziert werden, erklärte der Verein. Darauf wolle auch der Tag der Lebensmittelverschwendung am 2. Mai aufmerksam machen, hieß es.