Zweiter Zyklon trifft Mosambik: "Kenneth" richtet schwere Schäden an

Zyklon Kenneth

© Nour Hemici/World Food Prgramme/AP/dpa

Zyklon Kenneth trifft in Wimbi Beach in Mosambik auf Land. Wenige Wochen nach dem verheerenden Zyklon "Idai" ist in der Nacht zum Freitag (26.04.2019) ein weiterer tropischer Wirbelsturm in Mosambik auf Land getroffen.

Zweiter Zyklon trifft Mosambik: "Kenneth" richtet schwere Schäden an
Mitte März hat der Zyklon "Idai" große Landstriche in Mosambik verwüstet, jetzt raste ein neuer Wirbelsturm über das Land. Hütten und Bäume stürzten um, Strom- und Telefonverbindungen brachen ab, neue Überflutungen werden befürchtet.

Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen hat ein schwerer Zyklon Mosambik getroffen und schwere Schäden angerichtet. Bäume stürzten auf Häuser und Stromleitungen, Dächer wurden abgedeckt und Hütten umgerissen, wie das mosambikanisch-britische Nachrichtenportal "Zitamar News" am Freitag berichtete. Auf der vorgelagerten Inselgruppe der Komoren starben drei Menschen. Über mögliche Tote und Verletzte in Mosambik gab es zunächst keine Angaben. Vielerorts waren Strom- und Telefonleitungen unterbrochen.

Der tropische Wirbelsturm "Kenneth" hatte am Donnerstagabend mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern die mosambikanische Provinz Cabo Delgado erreicht, rund 2.500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Maputo. Er brachte extrem starke Niederschläge mit sich. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde leben rund 700.000 Menschen in der Schneise des Zyklons. Mehr als 30.000 Familien waren nach Medienberichten vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.

Laut dem staatlichem Wetterdienst nahm die Kraft des tropischen Wirbelsturms an Land ab, doch ist wegen starken Regens mit Überflutungen zu rechnen. Bauern berichteten zudem von schweren Schäden auf Plantagen und Feldern. Unicef und andere UN-Organisationen hatten vor "Kenneth" Personal und Vorräte nach Nordmosambik verlegt. Flüge von und nach Pemba in Cabo Delgado wurden gestrichen.

Die mosambikanische Regierung und die internationalen Helfer geraten mit dem neuen Sturm an den Rand ihrer Kapazitäten. Mitte März hatte Zyklon "Idai" die Hafenstadt Beira 1.500 Kilometer südlich von Pemba schwer beschädigt, das Hinterland versank unter Wassermassen. Tausende Menschen mussten mit Booten und Hubschraubern gerettet werden. 1,8 Millionen Menschen waren auf Hilfe angewiesen. Bis heute sind noch nicht alle Gebiete über Straßen zu erreichen. Auf 700.000 Hektar Land wurden die Ernten vernichtet.

Allein in Mosambik starben mehr als 600 Menschen. Weitere 300 kamen in Simbabwe und Malawi ums Leben. Hinzu kam die Cholera: Mehr als 5.000 Menschen erkrankten an der Durchfallkrankheit. Rund 900.000 Menschen erhielten eine Schluckimpfung, danach fielen die Infektionszahlen ab, während jedoch die Malaria-Fälle zunahmen. Die Weltbank rechnete nach "Idai" mit Kosten für den Wiederaufbau in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar, das ist nahezu des Hälfte des mosambikanischen Staatshaushaltes.

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