Rotes Kreuz: Viel mehr Hilfe für Mosambik nötig als gedacht

Die überschwemmte Landschaft um Nicoadala in Mosambik.

© Str/WORLD FOOD PROGRAMME/AP/dpa

De überschwemmte Landschaft um Nicoadala in Mosambik.

Rotes Kreuz: Viel mehr Hilfe für Mosambik nötig als gedacht
Millionen Menschen brauchen nach Zyklon Unterstützung
Die Not nach "Idai" ist weit größer als zuerst angenommen. Helfer rufen eindringlich zu Spenden auf. Dabei ist das Ausmaß der Zerstörung auch zehn Tage nach dem Sturm noch immer nicht absehbar.

Nach dem verheerenden Zyklon "Idai" ist deutlich mehr Hilfe für die Sturmopfer nötig als bislang gedacht. Zehntausende Familien hätten alles verloren und bräuchten schnelle Hilfe zum Überleben, sagte Elhadj As Sy, Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Montag in Genf. Allein für Mosambik veranschlagt seine Föderation inzwischen drei Mal mehr Geld als zunächst eingeplant, um nur die schlimmste Not zu hindern. Das Rote Kreuz geht jetzt von rund 27 Millionen Euro aus. Der höhere Bedarf sei wegen des schieren Ausmaßes der Katastrophe nötig, sagte Sy. Er sprach von unglaublichen Verlusten.

Die Zahl der Toten bezifferte Mosambik bis Sonntag auf rund 450, allerdings wird mit einer weit höheren Opferzahl gerechnet. Die UN schätzen, dass allein in diesem Land rund 1,8 Millionen Menschen von dem Sturm und den Überschwemmungen getroffen wurden, darunter eine Million Kinder. Daneben sorgte "Idai" für schwere Verwüstungen in Malawi und Simbabwe. Insgesamt brauchen den Schätzungen zufolge mehr als 2,6 Millionen Menschen dringend Unterstützung.

Hohe Seuchengefahr

Wegen der massiven Zerstörungen und der großen Not kündigten am Montag auch die Welthungerhilfe und "Ärzte ohne Grenzen" eine nochmalige Ausweitung ihrer Hilfe an. In der mosambikanischen Hafenstadt Beira seien mittlerweile 20 Mitarbeiter eingetroffen, die auf Notsituationen nach Naturkatastrophen spezialisiert seien, erklärte "Ärzte ohne Grenzen" in Berlin. Weitere Nothilfe-Teams seien auf dem Weg. Ebenso leisten Spezialisten Hilfe in Malawi und Simbabwe. Die Welthungerhilfe stellte nach eigenen Angaben 700.000 Euro Soforthilfe für die Katastrophengebiete zur Verfügung, um dringend benötige Hilfsgüter zu verteilen.

In den kommenden Wochen könne sich die Lage noch verschlimmern, warnte Generalsekretär Mathias Mogge: "Denn für die nächsten Tage sind vor allem in Mosambik und Malawi neue schwere Regenfälle angekündigt. Das Wasser kann nirgendwo abfließen und wir befürchten den Ausbruch von Seuchen wie Cholera und Malaria", erklärte er. Viele Gebiete seien noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. "Das ganze Ausmaß der Zerstörung ist auch zehn Tage nach dem Sturm noch immer nicht absehbar." Deshalb könne nur schrittweise Hilfe geleistet werden.

Die Hilfsorganisation World Vision wies besonders auf die Situation der vom Sturm betroffenen Kinder hin. Vor allem Kinder, die ihre Eltern verloren haben, bräuchten schnell Schutz und eine sichere Unterkunft. Jetzt müsse schnellstens gehandelt werden, damit diese Kinder nicht in die Hände von Menschenhändlern fielen oder Opfer von sexueller Gewalt oder Frühverheiratung würden.

Ihre schlimmen Erlebnisse können die Kinder nach Ansicht der Trauma-Therapeutin Teresa Ngigi bei ausreichender Unterstützung aber meist verarbeiten. Auch Mädchen und Jungen, die den Zyklon "Idai" im südlichen Afrika überlebt hätten, könnten mit genügend Hilfe heilen, sagte die Expertin aus Triest dem epd. Die in Kenia aufgewachsene Ngigi will in den kommenden Tagen mit Ortskräften in Beira gezielt dafür ein Programm zur Stärkung von Kindern erstellen. Traumatisierte Kinder bräuchten eine besonders liebevolle Zuwendung von Betreuerinnen und Betreuern, sagte sie. "Dann kann der Heilungsprozess beginnen."

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