Weniger Angriffe auf Muslime und Moscheen

Ditib-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld

© epd-bild/Guido Schiefer

Auf Moschseen in Deutschland wurden vergangenes Jahr weniger Anschläge verübt. Die Anzahl der Straftaten gegen Muslime hingegen stieg an.

Weniger Angriffe auf Muslime und Moscheen
Im vergangenen Jahr haben die Behörden bundesweit 813 Attacken auf Muslime und Moscheen gezählt. Das seien deutlich weniger als 2017 gewesen, als 950 islamfeindliche Straftaten erfasst worden seien, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) unter Berufung auf Daten des Innenministeriums.
Deutschland spricht 2019

Allerdings sei die Zahl der Verletzten deutlich von 32 auf 54 gestiegen, wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgehe. Die Bundesregierung verweise darauf, dass durch Nachmeldungen die endgültigen Zahlen noch höher liegen dürften.

Bei fast allen Straftaten werde davon ausgegangen, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handelt. Es ging dem Bericht zufolge dabei um Nazischmierereien, Drohbriefe, Beleidigungen, Sachbeschädigung und Volksverhetzung. Über die Höhe des Schadens habe das Ministerium keine Angaben machen können.

Die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke sagte der Zeitung: "Die in der Statistik enthaltenen Straftaten sind nur die Spitze des Eisbergs, denn viele alltägliche Übergriffe, Beleidigungen und Diskriminierungen gegen Muslime werden gar nicht erst erfasst."

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, forderte die Einsetzung eines Beauftragten gegen Muslimfeindlichkeit. "Ein solcher Beauftragter von Bund und Ländern ist notwendiger denn je, weil es eine latent antimuslimische Stimmung in Deutschland gibt", sagte Mazyek der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Vorbild könnten andere Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung sein wie etwa der Antisemitismusbeauftragte. Als Grund für den Rückgang der Straftaten sieht Mazyek die sinkende Zahl muslimischer Flüchtlinge, die inzwischen nach Deutschland kommen: "Das Sichtbarwerden muslimischer Flüchtlinge ist weniger geworden, und damit auch die Gewalt gegen sie."

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