Landesbischof Meister: Desaster voller Eitelkeiten in London

Landesbischof Meister: Desaster voller Eitelkeiten in London
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hält die politische Entwicklung in Großbritannien im Ringen um den EU-Austritt nach eigenen Worten für "völlig absurd". "Wie kann sich eine politische Elite in einem zutiefst demokratischen Land soweit von den Belangen eines funktionierenden Staates und den Interessen der Bevölkerung entfernen?", fragte Meister in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).
24.03.2019
Karsten Frerichs
epd

Er sprach von einem "politischen Desaster", in dem Eitelkeiten, Narzissmus und Missgunst innerhalb der politischen Klasse die Oberhand gewonnen hätten über besonnene Diplomatie und das Gemeinwohl einer Nation.

In der aktuellen Lage setze die Kirche von England auf Versöhnung und Miteinander. "Das findet Ausdruck in einer typisch englischen Einladung, die die Erzbischöfe von York und Canterbury, John Sentamu und Justin Welby, vor wenigen Tagen ausgesprochen haben. Sie lautet: Sammelt Menschen zum Tee und zum Gebet", sagte Meister, der sich als Ko-Vorsitzender der Meissen-Kommission für die Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Anglikanischen Kirche in England engagiert.

Angesichts der politischen Entwicklung arbeiteten die Kirchen aktuell an der Intensivierung der bestehenden Beziehungen und an der Gründung neuer Partnerschaften. "Konkret streben die Diözese von Leeds und die hannoversche Landeskirche eine Partnerschaft an", sagte der oberste Repräsentant der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die mit 2,6 Millionen Mitgliedern die größte unter den 20 Gliedkirchen der EKD ist. Meister sagte, es wäre aus seiner Sicht "ein Geschenk, wenn wir die vollständige Kirchengemeinschaft der Kirche von England mit den evangelischen Kirchen in Deutschland erreichen würden". "Das ist eine theologische Frage, und wir sind dabei Fenster und Türen zu öffnen, so dass sich am Ende ein anglikanischer Pastor problemlos auf eine Pfarrstelle in Deutschland und eine Pastorin aus einer EKD-Kirche in England bewerben kann", fügte er hinzu.

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