Sonderausstellung zu "Entjudungsinstitut"

Entjudungsinstitut

© Jens Kalaene/dpa

Eine gelbe Plastik, die Martin Luther darstellt, ist im Lutherhaus Eisenach ausgestellt.

Deutschland spricht 2019
Sonderausstellung zu "Entjudungsinstitut"
Das Eisenacher Lutherhaus plant eine Sonderausstellung zu dem berüchtigten "Entjudungsinstitut" der Wartburgstadt. Sie soll am 19. September gemeinsam mit der fünften Auflage des jüdischen Festivals für interkulturellen und religionsübergreifenden Dialog "Achava" in Thüringen eröffnet werden.

Die Sonderausstellung, die mindestens bis 2021 zu sehen sein soll, wird nach Angaben des Lutherhauses von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) unterstützt sowie von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Ihr Haus hatte bereits im vergangenen Jahr für die Projekte zur Aufarbeitung der Geschichte um das kirchliche Institut 250.000 Euro zugesagt.

Das Eisenacher "Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben" - so die korrekte Bezeichnung - war am 4. April 1939 auf Betreiben führender "Deutscher Christen" durch elf evangelische Landeskirchen ins Leben gerufen worden. Die Gründungsfeier fand am 6. Mai 1939 auf der Wartburg statt. Ziel seiner Tätigkeit war unter anderem die Tilgung sämtlicher jüdischer Spuren in der Bibel.

Das Wirken des Institutes ist auch Thema der 2015 neu eingerichteten und bereits mehrfach ausgezeichneten Dauerausstellung des Lutherhauses. Das Museum, dessen Hauptgebäude Martin Luther (1483-1546) am Ende seiner Schulzeit von 1498 bis 1501 zumindest zeitweise als Unterkunft gedient haben soll, befindet sich in der Trägerschaft der EKM.

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