© epd-bild / undatiertes ArchivfotoPaul SchneiderPaul Schneider war ein evangelischer Pfarrer und Mitglied der "Bekennenden Kirche". Schon ein Jahr nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gerät Schneider immer wieder mit ihnen in Konflikt und wird daraufhin mehrfach von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in angebliche "Schutzhaft" genommen. Am 27. November 1937 wird Schneider schließlich in Konzentrationslager Buchenwald deportiert, wo er unter anderem im Straßenbau-Kommando schwere Zwangsarbeit verrichten muss. Auch im KZ steht er zu seinen Überzeugungen. Die SS-Aufseher bestrafen diese Haltung mit öffentlichen Stockschlägen und Einzelhaft im Bunker. Schneiders Geist brechen die schweren Folterungen jedoch nicht: So soll er sich auch am Ostersonntag unter Schmerzen an den Gitterstäben seiner Zelle hochgezogen und den Häftlingen einen Bibelverse zugerufen haben.
Am 18. Juli 1939 wird Paul Schneider vom Buchenwalder Lagerarzt durch eine starke Überdosis des Herzmedikaments Strophanthin ermordet.
Im Bild
Geistliche in den Konzentrationslagern der Nazis
Die bekannteren unter ihnen sind Martin Niemöller und Martin Bonhoeffer, doch weitere tausende Geistliche wurden von den Nationalsozialisten in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert - wegen ihres Glaubens, ihrer Überzeugungen oder ihrer Vorbildfunktion für ihre Gemeinde. Ihre Lebensgeschichten sind Mahnung und Glaubenszeugnis zugleich.

