Patientenbeauftragte für Widerspruchslösung

Eine Kühlbox mit einem Spenderorgan steht während einer Operation in einem OP (Foto vom 06.09.2008). Seit Jahren fehlt es an Spender-Organen. Jetzt unternimmt die Politik einen neuen Anlauf, mehr Bürger zu potenziellen Organspendern zu machen.

J. Rey/DSO/epd-bild

Die Widerspruchslösung könnte helfen die Spenden-Bereitschaft für Organspenden zu verbessern

Patientenbeauftragte für Widerspruchslösung
Die neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), hat sich für die sogenannte Widerspruchslösung bei Organspenden ausgesprochen. "Angesichts der vielen tausend Menschen, die in Deutschland verzweifelt auf ein Spenderorgan warten, halte ich diese Pflicht für zumutbar", sagte Schmidtke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).
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Sie fügte hinzu: "Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass jeder von uns schon morgen in diese Situation kommen und auf ein Organ angewiesen sein könnte." Nach dieser von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in die Diskussion gebrachten Regelung wären jeder und jede automatisch Organspender, sofern nicht er oder sie selbst oder enge Angehörige widersprechen. Auch bei einer Widerspruchslösung bleibe die Spende wie bisher freiwillig, betonte die Herzchirurgin und Bundestagsabgeordnete.

Die Patientenbeauftragte forderte eine bessere Verzahnung von ambulanten und stationären Strukturen, um eine gute Versorgung von Kranken auf dem Lande zu garantieren. Ärzte sollten auch mobile Angebote machen, wie etwa einen Ärztebus. Notwendig sei eine Reform des Medizinstudiums, um junge Menschen schon während des Studiums für eine ärztliche Tätigkeit auf dem Land zu begeistern.

Alarmiert zeigte sich Schmidtke über Klagen von Pflegefachkräften, die neuen Personaluntergrenzen würden zum Abbau von Stellen genutzt, wenn Kliniken das gesetzliche Minimum überträfen. "Die Personaluntergrenzen sind keine staatliche Legitimation zum Abbau von Pflegekräften, sondern das Gegenteil", sagte sie. Um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, gelte es auch, "die Entlohnung zu verbessern und die Ausbildung sowie den Beruf insgesamt noch attraktiver zu machen".

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