Homosexuellenverband kritisiert Freie evangelische Gemeinden

Paar sitzt auf Regenbogenflagge

Foto: DusanManic/istockphoto/Getty Images

Paar sitzt auf Regenbogenflagge.

Homosexuellenverband kritisiert Freie evangelische Gemeinden
Der Lesben- und Schwulenverband hat den Umgang mit Homosexualität in einigen Freien evangelischen Gemeinden kritisiert. Der Verband wirft dem Bund Freier evangelischer Gemeinden vor, in einer bereits im Dezember veröffentlichten Orientierungshilfe Lesben und Schwule zur sexuellen Enthaltsamkeit aufzufordern und Therapien zur Veränderung der sexuellen Orientierung anzuraten.

"Umpolungstherapien sind homophober und gefährlicher Humbug", sagte Henny Engels, Mitglied des Vorstands des Lesben- und Schwulenverbands in Berlin. "Wir empfehlen keine bestimmte Art von Therapie", entgegnete ein Sprecher des Bundes Freier evangelischer Gemeinden auf Anfrage des Evangelischen Pressedienst (epd). "Richtig ist, dass wir Homosexuellen mit einem Identitätskonflikt professionelle Hilfe empfehlen, zusätzlich zu einem seelsorgerlichen Angebot."

Die Orientierungshilfe sieht Homosexualität nicht vereinbar mit der Bibel und stellt sie in Zusammenhang mit der Frage der Sünde. Die lebenslange Ehe zwischen Mann und Frau sowie das Zusammenleben als Familie stellten das Leitbild aus biblischer Perspektive dar, heißt es in dem Dokument. Wer seine "homosexuelle Prägung als unveränderbar" annehmen müsse oder wolle, solle sexuell enthaltsam leben.

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden hat nach eigenen Angaben etwa 480 Gemeinden mit rund 42.000 Mitgliedern in Deutschland. Er hat einen Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.

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