Rheinische Kirche geht mit erster Jugendsynode neue Wege

Der rheinische Pfarrer Jan Ehlert

© epd-bild/Karin Poltoraczyk

Es solle viel Raum für Diskussionen geben, sagte Mitorganisator der Jugendsynode in Bad Neuenahr, Jan Ehlert.

Rheinische Kirche geht mit erster Jugendsynode neue Wege
Die Evangelische Kirche im Rheinland diskutiert über grundlegende Änderungen des kirchlichen Lebens und mehr Einfluss für junge Leute.

Erstmals kommt dazu von Freitag bis Sonntag in Bad Neuenahr eine Jugendsynode der zweitgrößten deutschen Landeskirche zusammen. Anschließend befasst sich die reguläre Landessynode ab Sonntag auf ihrer Jahrestagung mit den Ergebnissen. Das Kirchenparlament erörtert auch eine gerechtere Verteilung der Kirchensteuereinnahmen und die Förderung innovativer Formen von Kirchengemeinde.

Junge Leute sollen durch die Jugendsynode stärker an Entscheidungen beteiligt werden, wie der leitende Theologe der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski, dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Es gelte, den jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen ernsthaft zuzuhören. Themen der Jugendsynode sind neben stärkerer Beteiligung auch die Jugendarbeit, Jugend- und Familienarmut, neue Gemeindeformen und der Umgang mit Flüchtlingen.

Es solle viel Raum für Diskussionen geben, sagte Mitorganisator Jan Ehlert dem epd. Vieles sei anders als in einer normalen Synode, unter anderem gebe es keine Protokolle. Der partizipative Ansatz der Jugendsynode ist nach Angaben der Kirchenleitung einmalig innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das Gremium setzt sich aus je 50 Delegierten der Landessynode und der evangelischen Jugend sowie zehn weiteren Mitgliedern aus anderen Bereichen zusammen.

Der Abschlussgottesdienst am Sonntagnachmittag bildet zugleich den Auftakt zur diesjährigen Landessynode der über 2,5 Millionen Protestanten zwischen Niederrhein und Saar. Das Kirchenparlament will insbesondere neue Formen kirchlicher Arbeit voranbringen. Vorgesehen ist ein Fördertopf von jährlich 500.000 Euro, aus dem in den kommenden zehn Jahren Projekte in "Erprobungsräumen" unterstützt werden. Bis zu fünf Pfarrstellen sollen zudem für Erprobungsräume eingerichtet werden.

Kontroverse Debatten werden über die Verteilung der Kirchensteuereinnahmen auf die künftig noch 37 rheinischen Kirchenkreise erwartet. Vorgeschlagen ist eine gleichmäßige Verteilung nach Zahl der Mitglieder, um finanzielle Schieflagen auszugleichen. Einige Kirchenkreise vor allem in Ballungsräumen bekämen dann künftig weniger Geld und ärmere Kirchenkreise in ländlichen Gebieten mehr. Die Landessynode soll klären, ob diese Reform mehrheitlich gewollt wird. Eine endgültige Entscheidung würde dann 2020 fallen.

Weitere Themen der Landessynode sind die Bezahlung der Pfarrer, die Verabschiedung des Haushalts und die Begegnung mit Kirchenvertretern aus Südafrika und Hongkong, die aus der Missionsarbeit der Rheinischen Missionsgesellschaft hervorgegangen sind. Am Montag trägt Rekowski den 206 Abgeordneten des Kirchenparlaments seinen jährlichen Rechenschaftsbericht vor, in dem er sich auch zu aktuellen Themen äußern will.

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