Hilfsorganisationen retten 344 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Auf dem Mittelmeer sind nach Angaben der privaten Seenotretter der Hilfsorganisation Sea-Watch seit Freitag 344 Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet worden. So habe die "Sea-Watch 3" am Samstag 33 Schiffbrüchige aufgenommen, wie die Seenotretter am Sonntag mitteilten. Von der Bundesregierung forderte Sea-Watch für die Geretteten eine Lösung noch vor Weihnachten.

Am Freitag seien 311 Schiffbrüchige von der spanischen "Open Arms" gerettet worden. Während die "Open Arms" unterwegs nach Spanien sei, werde der "Sea-Watch 3" nach wie vor ein sicherer Hafen verweigert, erklärte die Hilfsorganisation weiter. Den Geretteten drohe nun, Heiligabend auf dem Mittelmeer verbringen zu müssen, da bislang kein europäischer Staat bereit sei, die Menschen aufzunehmen.

"Wer sich auf christliche Werte beruft, ist jetzt in der Pflicht", betonten die Seenotretter. Aus ihrer Sicht sei eine Lösung für die Schiffbrüchigen "problemlos möglich". Die privaten Seenotretter verwiesen darauf, dass in den vergangenen Monaten allein in Deutschland mehr als 30 Städte und mehrere Bundesländer ihre Bereitschaft erklärt hätten, aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen.

Die "Sea-Watch 3" gehört den Angaben zufolge mit den Suchflugzeugen "Moonbird" und "Colibri" sowie der spanischen "Open Arms" und der deutschen "Sea-Eye 2" zu den derzeit einzigen zivilen Rettungsmitteln auf dem Mittelmeer. Erst seit Ende November ist die "Sea-Watch 3" wieder für Such- und Rettungseinsätze vor der nordafrikanische Küste im Einsatz. Zuvor war das Schiff mehr als drei Monate von maltesischen Behörden am Auslaufen gehindert worden wegen Zweifeln an einer ordnungsgemäßen Eintragung ins Schiffsregister.