578 Angriffe auf Muslime und Moscheen seit Jahresbeginn

Tag der offenen Moschee in Berlin

© Paul Zinken/dpa

Besucher der Sehitlik-Moschee in Berlin hören sich am Tag der offenen Moschee.

578 Angriffe auf Muslime und Moscheen seit Jahresbeginn
Die Zahl der Anschläge auf Muslime und muslimische Einrichtungen war in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mit 578 niedriger als im selben Vorjahreszeitraum. Allerdings wurden bei den Übergriffen mehr Menschen verletzt, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, über die die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) berichtet.

Von Januar bis September 2017 zählten die Behörden demnach rund 780 islamfeindliche Straftaten. In beinahe allen Fällen sei davon auszugehen, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handele.

In diesem Jahr wurden bereits 40 Menschen bei Übergriffen verletzt, wie das Innenministerium berichtete. Das sei eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als im gleichen Zeitraum 27 und im Gesamtjahr insgesamt 32 Verletzte gemeldet wurden.

Im dritten Quartal 2018 habe es 190 muslimfeindliche Straftaten gegeben. Zumeist habe es sich um Beleidigungen und Beschimpfungen gehandelt, es sei aber auch zu Nötigungen gekommen. Die Polizei habe zudem Sachbeschädigungen und Schmierereien registriert.



Aus Sicht der Innenpolitikerin der Linken, Ulla Jelpke, hat sich der Umgang mit Muslimen auch im politischen Bereich verschlechtert: "Muslime werden gedemütigt, ausgegrenzt und der Islam als nicht zu Deutschland gehörig betrachtet." Sie forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dem entgegenzutreten.