Fernsehwochenvorschau: "Adventskonzert aus Dresden"

Fernsehwochenvorschau vom 1. bis 7. Dezember
Dresdner Frauenkirche

Foto: pixabay/Andreas Metallerreni

Dresdner Frauenkirche

Der Rahmen ist festlich und die Musik besonders stimmungsvoll, wenn die Dresdner Frauenkirche zum jährlichen ZDF-Adventskonzert mit internationalen Künstlern in ihrem barocken Glanz erstrahlt. Die Kirche, nicht nur Gotteshaus, sondern auch Ort für Versöhnung und Friedensarbeit, ist seit über 15 Jahren Schauplatz des Adventskonzerts, das am 2. Dezember um 18.00 Uhr im ZDF aussgestrahlt wird. Und das gibt es sonst noch im TV.

1.12., Arte, 23.45 Uhr: "Streetphilosophy: Stell Dich dem Fremden!"

Warum spielen eigentlich alle verrückt, wenn sie Fremden begegnen? Die einen sind überzeugte Multikulti-Anhänger und öffnen ihre Türen, die anderen bauen Mauern und schotten sich ab. Ist denn kein normaler Umgang mit dem Fremden möglich?, fragt sich Jonas Bosslet. Schließlich gibt es doch überall Fremde. Und sind wir uns manchmal nicht sogar selbst fremd? Wie es sich anfühlt, rein äußerlich immer und überall als "fremd" wahrgenommen zu werden, weiß Paddy Jahn, der als Schauspieler und Misfit-Model arbeitet. Weil er kleinwüchsig ist und von der körperlichen Norm abweicht, starren ihn die Leute auf der Straße an. Jeder Einkauf wird für ihn zur Herausforderung, weil die Welt einfach nicht für ihn gebaut ist. Wie sollte man sich ihm gegenüber verhalten? Und wie geht Paddy mit der Rolle des Außenseiters um? Fremdheit bringt immer auch die Frage mit sich: Wer gehört dazu und wer nicht? Und wer entscheidet das? Darüber spricht Jonas mit Winfried in dessen Kleingartenkolonie, die für viele dem Klischee von Deutschland entspricht: Gartenzwerge, Deutschlandfahnen, ordnungsgemäß gestutzte Hecken. "Das ist meine Heimat", sagt Winfried. Wenn es nach ihm geht, geben die Einheimischen die Regeln vor - und die Fremden haben sich daran zu halten. Die syrischen Künstler Medhat, Amr und Ali sind da ganz anderer Meinung. Sie sind nicht hierhergekommen, um sich anzupassen, sondern auch, um zu teilen. Schließlich entwickeln wir uns nur dann weiter, wenn wir uns mit fremden Kulturen auseinandersetzen, wenn wir uns von Anderen in Frage stellen lassen, statt immer nur Bestätigung zu suchen. Wir müssen wieder lernen, das Fremde zuzulassen, erklärt auch die Philosophin Vanessa Ossino, mit der Jonas zum Grillen am Landwehrkanal verabredet ist. Fremdheitserfahrungen machen wir nicht nur im Außen, sondern auch in uns selbst. Etwa dann, wenn wir träumen - oder wenn wir uns im eigenen Körper fremd fühlen.

1.12., Phoenix, 19.30 Uhr: "Das Superkloster"

Im Jahre 1136 ließen sich zwölf Mönche und ihr Abt in den einsamen Wäldern des Rheingaus unweit der heutigen hessischen Landeshauptstadt Wiesbadennieder. Niemand konnte damals ahnen, welche Erfolgsgeschichte hier ihren Anfang nehmen sollte. Das Kloster Eberbach gehörte im Mittelalter schnell zu den größten und bedeutendsten Klöstern des Zisterzienserordens. Die Dokumentation erzählt seine Geschichte. "Ora et labora", bete und arbeite, bekam eine völlig neue Dimension. Die Mönche von Eberbach entwickelten sich zu erfolgreichen und innovativen Managern des Mittelalters. Ihr Kloster war dank guter Weingeschäfte hochprofitabel. Sie entdeckten neue Keltertechniken, legten riesige Rebflächen an, die noch heute Spitzenlagen sind, und bauten die größten Weinfässer der damaligen Zeit. Im 15. Jahrhundert besaßen die Glaubensbrüder sogar eine eigene Flotte auf dem Rhein, mit der sie ihre begehrte Ware bis nach Köln transportierten. Die Bedeutung des Weins hat sich für das Kloster bis heute nicht geändert; Eberbach lebt immer noch von der einmaligen Vergangenheit. Weinexperten restaurieren dieser Tage zum ersten Mal eine Jahrhunderte alte Weinpresse; sie wollen dem Geheimnis der Mönche auf die Spur kommen. Das klösterliche Weingut, heute im Besitz des Landes Hessen, ist das größte Deutschlands. Der futuristisch anmutende Bau ist ein faszinierender Kontrast zur romanisch-gotischen Pracht des Klosters. Weltberühmt wurde Eberbach durch die Verfilmung des Bestsellers "Der Name der Rose" von Umberto Eco. Eine ZDF-Dokumentation von 1986 liefert einmalige Aufnahmen von den damaligen Dreharbeiten. Günther Ringsdorf, damaliger Leiter des Klosters und von vielen der "letzte Abt von Eberbach" genannt, war dafür verantwortlich, dass die Filmcrew das ehrwürdige Gemäuer nutzen durfte. Ein genialer Schachzug, denn nun wird Eberbach stets mit dem Erfolg des Kinofilms assoziiert. Verbundenheit spüren auch die aktuellen Nachfahren der Zisterzienser. Einmal im Jahr bietet die Basilika, eines der unversehrtesten Bauwerke der deutschen Romanik, den festlichen Rahmen für ein Zisterzienser-Treffen. Singend, in Kutten und mit Kerzen ziehen die Mönche in den sakralen Raum ein und vermitteln so ganz unmittelbar einen Eindruck vom Mittelalter. Die Dokumentation erzählt die aufregende Geschichte dieses einzigartigen deutschen Monuments. Sie taucht ein ins Mittelalter, wandelt auf den Spuren des Zisterzienser-Ordens, der in ganz Europa aktiv war, und dokumentiert die Bedeutung der "Manager des Mittelalters" für den deutschen Weinbau.

2.12., ARD, 10.00 Uhr: "Evangelischer Gottesdienst"

Auch in diesem Jahr ruft das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" in den Wochen vor Weihnachten zu Aktionen und Spenden unter dem Motto "Hunger nach Gerechtigkeit" auf. Es geht dabei nicht nur um Essen, sondern auch um gesundes Wasser, gerechtes Einkommen, Bildung, politische Rechte. Brot für die Welt eröffnet seine jährliche Spendenaktion in diesem Jahr in Stuttgart. Dort wurde das Hilfswerk vor sechzig Jahren gegründet. Mitten im deutschen Wirtschaftswunder wollten evangelische Christen deutlich machen: In der Not nach dem Zweiten Weltkrieg hat man uns geholfen, jetzt ist es an uns, davon etwas weiterzugeben. Der diesjährige Eröffnungsgottesdienst in der Stuttgarter Leonhardskirche wird geleitet von Cornelia Füllkrug-Weitzel, der Präsidentin des Hilfswerkes. Die Predigt hält der Landesbischof der Evangelischen Kirche Württemberg, Frank O. July, im Dialog mit Colin Gonsalves aus Indien, Menschenrechtsanwalt und Träger des alternativen Nobelpreises. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble macht in seiner Rede deutlich, warum ihm diese Hilfsaktion wichtig ist. Das Adventslied "Macht hoch die Tür" ist musikalisches Leitmotiv im Gottesdienst. Es wird interpretiert vom Knabenchor "collegium iuvenum (CIS)" unter der Leitung von Michael Culo und von den Bläsern des Schwäbischen Posaunendienstes unter der Leitung von Hans-Ulrich Nonnenmann.

2.12., ARD, 17.30 Uhr: "Echtes Leben: Bevor es mich zerreißt"

Eine Kirche, ein Pfarrer. Diese Gleichung geht für den katholischen Pfarrer Thomas Berkefeld nicht mehr auf. Seit Herbst 2017 ist er Leiter des Pastoralbereiches Hannover Süd mit zehn Kirchen. Drei Messen in drei verschiedenen Kirchen sind für ihn sonntags normal. Auch in der evangelischen Kirche wachsen die Aufgaben von Pastoren und Pastorinnen durch Sparmaßnahmen und Strukturveränderungen. Kann der Beruf da noch Berufung sein? Pastoren sind auch Manager von Kitas und Friedhöfen, Verwalter von Gebäuden und Personal. Da kommt der direkte Kontakt zu Gemeindemitgliedern häufig zu kurz. Doch um wie viele Seelen kann sich ein Seelsorger kümmern, bevor seine eigene Seele leidet? Wer hilft einem Pastor, bevor es ihn zerreißt? Autor Max von Klitzing zeigt den Alltag von Pfarrer Thomas Berkefeld und Pastor Matthias Storck. Er zeichnet ein ganz persönliches Bild der Seelsorger und zeigt an ihrem Beispiel, wie gerade helfende Berufsgruppen mit dem wachsenden Druck umgehen können. Storck hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, bis zur Erschöpfung zu arbeiten. Hilfe hat er im niedersächsischen Kloster Barsinghausen gefunden. "Inspiratio" heißt diese Einrichtung der evangelischen Kirche. Hier nimmt sich der Pastor eine Auszeit von der Kanzel; auf dem Programm stehen psychologische Betreuung, Bogenschießen, der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, Kunsttherapie und Ruhe. So möchte er seine "Fröhlichkeit im Glauben" wiederfinden. Gestärkt nimmt er seinen Dienst in Herford wieder auf. Doch genau wie für den katholischen Pastor Berkefeld bleibt es auch für Storck schwierig, zwischen Beruf und Berufung das persönliche Limit nicht zu überschreiten; mit erschöpften Pastoren kann man keine Kirche von morgen bauen.

2.12., ZDF, 18.00 Uhr: "Adventskonzert aus Dresden"

Die Solisten sind diesmal der weltbekannte Geiger Daniel Hope und die junge Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller. Hope zählt zu den bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten in der Klassikszene. Er arbeitete eng mit Yehudi Menuhin zusammen, einem der großen Geiger des vergangenen Jahrhunderts, und war das jüngste Mitglied im legendären Beaux Arts Trio. Als Solist ist er weltweit gefragt. Darüber hinaus ist er als Pädagoge, Schriftsteller und Moderator tätig. Ende des vergangenen Jahres wurde Daniel Hope zum neuen Künstlerischen Leiter der Frauenkirche Dresden ernannt. Hanna-Elisabeth Müller ist auf dem besten Weg, eine große internationale Karriere zu machen. Von einer Fachzeitschrift 2014 als "Nachwuchskünstlerin des Jahres" ausgezeichnet, hat sich die deutsche Sopranistin seither als Opern-, Konzert- und Liedsängerin einen Namen gemacht. Auftritte an der Bayerischen Staatsoper München, der Metropolitan Opera in New York, der Mailänder Scala oder bei den Salzburger Festspielen belegen dies eindrucksvoll. Die musikalische Leitung des Adventskonzerts liegt in den Händen von Lorenzo Viotti. Der junge Schweizer zählt zu den besten und vielseitigsten Dirigenten der jungen Generation. Mit dem Orchester des Abends, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, hat er bereits zusammengearbeitet. Beim vorweihnachtlichen Programm wirkt außerdem der Sächsische Staatsopernchor mit.

4.12., ZDF, 20.15 Uhr: "Unantastbar - Der Kampf für Menschenrechte"

Angesichts der Gräuel des Zweiten Weltkriegs wurden 1948 die vermeintlich für alle Erdenbürger gültigen Menschenrechte formuliert. Rasch zeigte sich jedoch: Die Charta repräsentierte vor allem eine westlich-abendländische Weltanschauung. Anlässlich des 70. Jahrestages der UN-Menschenrechtserklärung schildern Angela Andersen und Claus Kleber, wie es heute um diese Säule der menschlichen Zivilisation steht. Ihre globale Bestandsaufnahme wirft unbequeme Fragen auf. Sie zeigen, dass damals weder die Sitten und Wertevorstellungen der islamischen Welt noch asiatische Gesellschaftsnormen angemessen berücksichtigt wordens ind. Liegt hier vielleicht ein Schlüssel zum Verständnis aktueller Konflikte und Krisen? Welche Nachbesserungen sind nötig? Es kommen Stimmen aus vielen Teilen der Welt zu Wort; Menschen, die an der Basis arbeiten, ebenso wie solche, die die Last politischer Verantwortung kennen. Biografisch werden dabei zwei Protagonisten besonders porträtiert: die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright, die als Kind die Schrecken des Naziterrors erlebte, und Joachim Gauck. Er stritt in verschiedenen Funktionen für die Einhaltung der Menschenrechte: als Pastor in der DDR, nach der Wende als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und schließlich sogar als Bundespräsident. Die Dokumentation belegt: Siebzig Jahre nach der UN-Deklaration ist die globale Einhaltung der Menschenrechte nach wie vor ein unerreichtes Ideal; aber eines, für das es sich zu kämpfen lohnt.

4.12., ZDF, 22.15 Uhr: "37 Grad: Ich muss ihm in die Augen sehen"

Kann man die Ermordung des eigenen Kindes verzeihen? Und soll man den Täter treffen und ihm in die Augen sehen? Angehörige von ermordeten Kindern fühlen sich einerseits als Opfer, plagen sich  andererseits aber auch mit Schuldfragen; weitere Gefühle sind der kraftraubende Wunsch nach Rache sowie eine tiefe Traurigkeit. Doch es sind vor allem die offenen Fragen, die sie in der Trauer feststecken lassen, wie die Reportage von Tina Solimann und Thorsten Lapp zeigt. Sigrids Sohn Samuel wurde zusammengeschlagen und zu Tode geprügelt. Der 25-Jährige starb an seinen Verletzungen. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Seine Mörder waren zwei junge Männer, um Sigrids Gedanken jahrelang kreisten. Nach einem langen Antragsprozess entschloss sie sich, den Tätern in die Augen zu sehen. Tatsächlich wurde ihr schließlich der Besuch im Gefängnis genehmigt. Beide Täter erklärten sich bereit, mit ihr zu sprechen. Für Sigrid war es in dieser Situation wichtig, dass die Mörder die Verantwortung für ihre Tat übernehmen oder und im besten Fall echte emotionale Betroffenheit erkennen lassen. Eine zweite Mutter, Petra, ist bereits einen Schritt weiter: Sie hat es geschafft, dem Mörder ihrer Tochter zu verzeihen, selbst wenn sie nie die Möglichkeit hatte, ihm in die Augen zu schauen. Ihre damals elfjährige Tochter Lisa wurde im türkischen Alanya von einem Ladenbesitzer umgebracht. 14 Jahre ist das her. In dieser Zeit hat sich Petra viel mit der vermeintlich eigenen Mitschuld beschäftigt hat. Es hat sie lange gequält, dass sie ihr Kind nicht beschützen konnte. Die Gespräche mit Menschen, denen es ähnlich erging, und das Ringen um den Entschluss, zu vergeben, haben sie verändert. Petra führt jetzt ein anderes Leben, eines, in dem sie wieder glücklich sein kann. Dass sie dem Täter verzeihen konnte, spielt dabei eine große Rolle, wie sie sagt: "Wenn ich damit keinen Frieden hätte schließen können, dann wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Es geht mir wieder gut."

4.12., Arte, 19.40 Uhr: "Re: Tote auf der Balkanroute"

Kurz vor Beginn der Flüchtlingskrise 2015 überrollt ein Zug in Mazedonien 14 Flüchtlinge. Bis heute leben mehrere Familien in Deutschland in Ungewissheit, ob unter den Toten auch ihre Verwandten sind. Sie erhalten keinerlei Bestätigung, von keiner Behörde und von keiner Hilfsorganisation. Der 19-jährige Mahdi Mohebi aus Afghanistan lebt in Bremen und hat das Zugunglück überlebt. Statt seine Aussagen zu protokollieren, schob die mazedonische Polizei ihn damals sofort zurück nach Griechenland. Schlimmer ist für Mahdi jedoch: Er erhielt keine Möglichkeit, um herauszufinden, was mit seinem jüngeren Bruder Alireza passiert ist. Hat der Zug ihn verletzt? Ihn getötet? Wenn ja, was ist mit seinen sterblichen Überresten geschehen? Antworten darauf suchen auch weitere Familien wie die Hasanis in Münster und die Mahdavis in der baden-württembergischen Gemeinde Unterstadion. Zu ihren Söhnen Mohamed Hasani und Hamid Mahdavi haben sie keinen Kontakt mehr, seitdem die Freunde 2015 zusammen auf der Balkanroute in Mazedonien unterwegs gewesen sind. Grundsätzlich ist jeder Staat verpflichtet, jeden Todesfall auf seinem Territorium aufzuklären. Offenbar besteht jedoch kein ernsthaftes Bemühen, den nicht identifizierten toten Flüchtlingen auf dem Balkan ihre Identität zurückzugeben. Die Angehörigen in Deutschland halten das qualvolle Warten nicht mehr aus. Sie wollen jetzt zurück auf die Balkanroute. "Re:" begleitet sie auf ihrer Spurensuche in Mazedonien.

5.12., BR, 19.00 Uhr: "Stationen: Die jungen Alten"

Als der FC Bayern München vor gut einem Jahr den 72jährigen Rentner Jupp Heynckes als Trainer verpflichtete, wurde augenscheinlich, wie fit und rege die ältere Generation von heute ist. Viele Siebzigjährige fühlen sich wie fünfzig und liegen damit oft gar nicht so verkehrt. Was macht es aus, sich auch im Alter noch jung zu fühlen? Wie geht man positiv mit dem Älterwerden um? Wie nutzt man seine neue Freiheit als Rentner: fällt man in ein Loch oder ist es ein neuer Aufbruch? Wie blickt man zurück auf das, was vergangen ist, und schaut auf das Leben, das einem noch bleibt. "Stationen" wirft einen optimistischen Blick auf eine älter werdende Gesellschaft.

6.12., WDR, 22.40 Uhr: "Menschen hautnah: Diesen Kampf werde ich gewinnen!"

In Deutschland erkranken jährlich 15.000 junge Erwachsene an Krebs. Eine Diagnose, die auf besondere Weise niederschmetternd ist, weil andere gerade zu studieren beginnen, im Beruf durchstarten oder eine Familie gründen. Während man in langen Therapien auf Heilung wartet, setzen Freundinnen und Freunde die ersten Karriereschritte, Kinder werden geboren. Bei jungen Krebskranken liegt die Zukunft im Ungewissen. Vielen fehlt die finanzielle Absicherung und nicht selten hat der Krebs in jungen Jahren sogar einen besonders aggressiven Verlauf. Langzeitfolgen und Unfruchtbarkeit belasten die Perspektiven. Jens Niehuss und Marcel Martschoke haben drei junge Erwachsene begleitet, die in ihrer Stärke und Zuversicht beispielhaft sind. Sie meistern auf ungewöhnliche Weise ihren Alltag und bauen ihr Leben von Therapie zu Therapie immer wieder neu auf. Alle drei haben unterschiedliche Wege gefunden, mit dem Jetzt und mit der ungewissen Zukunft umzugehen.

7.12., 3sat, 20.15 Uhr: "Pflege – Hilft denn keiner?"

Deutschland ist eine alternde Gesellschaft. Eine wachsende Zahl kranker, gebrechlicher Menschen würdig zu versorgen, ist eine Herausforderung. Rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Ihre Zahl steigt, 2030 könnten es nach seriösen Schätzungen schon 3,5 Millionen Menschen sein. Derzeit werden zwei Drittel der Pflegebedürftigen zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt, zumeist von ihren Frauen oder Töchtern. Doch immer weniger Angehörige sind dazu bereit oder in der Lage, nicht zuletzt wegen des Armutsrisikos, das damit einhergeht. Die 3sat-Reportage stellt einige Fälle vor: Kurt ist 69 und stark pflegebedürftig, seit er infolge eines Herzinfarkts einen Hirnschaden erlitten hat. Seine Frau Roswitha pflegt ihn zu Hause, seit sieben Jahren, inzwischen rund um die Uhr. Mit viel Liebe und Fantasie kämpft sie täglich dafür, dass er trotz seiner Krankheit Freude am Leben hat. Sie selbst jedoch verzweifelt zunehmend: Sie findet keinen passenden Platz in einer Tagespflege, der sie entlasten könnte, und sei es nur stundenweise. Weil Roswitha keine Zeit mehr hat, ihren Beruf auszuüben, wird es finanziell eng, und für ihre Rente sieht sie ohnehin schwarz. Ein Kernproblem: Pflege in Deutschland ist inzwischen ein Geschäft. Große Konzerne sind machtvolle Akteure auf dem Pflegemarkt. Außerdem fehlt es an Fachkräften in den Pflegeberufen: Die Arbeit in der Pflege ist anstrengend, belastend und in der Regel schlecht bezahlt. Ob in der ambulanten Pflege oder in den Heimen: Die Pfleger haben zu wenig Zeit, sich um den einzelnen Menschen zu kümmern. Kommerzielle Anbieter dünnen Personal aus, um die Rendite zu steigern - mit schlimmen Folgen für die Pflegebedürftigen. Der Staat verlässt sich darauf, dass die Familien durch Eigenarbeit oder Geld die Lücken schließen. Der Film erzählt vom Kampf der pflegenden Angehörigen sowie von den Nöten professioneller Pfleger und erklärt, woran menschenwürdige Pflege oft scheitert. Aber die Dokumentation zeigt auch Wege aus dem Notstand. Dazu braucht es eine willige Kommune, ein gut funktionierendes Netzwerk und vor allem: die Möglichkeit, jeden Pflegefall ganz individuell zu lösen, damit möglichst viele Menschen möglichst lange zu Hause leben und gepflegt werden können.

7.12., NDR, 21.15 Uhr: "Die Demenz WG - Judith Rakers zu Gast in Lübeck"

Wie geht man damit um, wenn man plötzlich Dinge verwechselt, nicht mehr ohne Hilfe nach Hause findet oder geliebte Menschen nicht mehr erkennt? Und wie reagieren Angehörige, Freunde und Nachbarn auf diese gravierenden Veränderungen, auf eine beginnende oder fortgeschrittene Demenz? Ungefähr jeder Zehnte der über 65-Jährigen in Deutschland ist von einer Demenzerkrankung betroffen. "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers will mehr über diese Krankheit erfahren und besucht fünf Tage lang eine Demenz-WG in Lübeck. Hier wohnen neun Frauen. Wie in jeder anderen Wohngemeinschaft hat jede Bewohnerin ein eigenes Zimmer. Der Unterschied: Rund um die Uhr ist Pflegepersonal vor Ort. In der Demenz-WG ist einiges möglich, was in vielen Pflegeheimen schwierig wäre. Zum Beispiel darf jede Frau frühstücken, wann sie will. Doris Stegmann durfte beim Einzug im Frühjahr sogar ihren himmelblauen Wellensittich mitbringen. Ihre Tochter beschreibt, wie schwer es sei, dabei zusehen zu müssen, wie ihre Mutter langsam immer mehr verlernt: "Es ist ein ständiges Abschiednehmen." Auch Christa Meyer lebt seit Anfang des Jahres in der WG. Wenn Gatte Helmuth zu Besuch kommt, erkennt sie ihn als zwar "ihren Menschen", aber ob sie weiß, dass sie ihn einst geheiratet hat, weiß er nicht. Er konnte die Verantwortung irgendwann nicht mehr tragen. Etwa 1,7 Millionen Deutsche leider unter Demenz. "Es ist eine Familienkrankheit. Es sind alle mitbetroffen und müssen sich auf die Erkrankung eines Familienmitglieds einstellen", erklärt Heidi Juhl-Damberg, die Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Lübeck: "Ein Leben mit Demenzerkrankten, das sind 365 Tage Abenteuer im Jahr!" Rakers zeigt, worauf man sich einstellen muss, wenn ein Angehöriger dement ist, und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen: Wie erkennt man überhaupt, dass jemand erkrankt ist? Wie gehen Experten mit Demenzerkrankten um? Wie das soziale Umfeld? Und wie lebenswert ist ein Leben mit Demenz?

7.12., Arte, 19.40 Uhr: "Re: Faire Weihnachten"

Der österreichische Druckexperte Gugler hat zusammen mit der Münchnerin Sarah Kessler ein ganz besonderes Geschenkpapier entwickelt: Es erfüllt optisch alle ästhetischen Ansprüche, kommt aber ohne Plastik, Metall oder giftige Farben aus kann nach der Bescherung komplett recycelt werden. Die junge Unternehmerin Kessler hat im Keller ihres Elternhauses neben Beruf und Familie das Start-Up "PlanetPaket" gegründet. Die beiden Geschäftspartner verbindet eine gemeinsame Vision: Weihnachten ohne schlechtes Gewissen feiern zu können. Die Arte-Reportage stellt noch weitere Menschen vor, die ähnliches im Sinn haben. Michael Kraus zum Beispiel reist jeden Herbst tausende Kilometer nach Georgien. Hier ist die Heimat des beliebtesten Weihnachtsbaumes der Deutschen: der Nordmanntanne. Mehr als 20 Millionen Bäume werden jedes Jahr verkauft. Ihre Samen werden tief im Kaukasus unter lebensgefährlichen Bedingungen geerntet. Ungesichert klettern die Männer in die sechzig Meter hohen Wipfel, um die Zapfen zu pflücken, und das für einen kümmerlichen Lohn. Die dänische Firma "fair trees" will die Arbeit der Zapfenpflücker in schwindelerregender Höhe endlich sicher machen: Sie hat Seile, Klettergurte und Helme im Gepäck und zahlt faire Löhne. Aus den georgischen Samen werden in Deutschland kleine Setzlinge gezogen, die auf Plantagen zu Weihnachtsbäumen heranwachsen. Dabei kommen für gewöhnlich gefährliche Pestizide zum Einsatz, die nicht nur der Umwelt schaden, sondern mit den Tannen auch den Weg in unsere Wohnzimmer finden. Günther Marx aus dem Spessart züchtet neuerdings Bio-Tannen. Noch liegt der Marktanteil für Öko-Bäume unter einem Prozent, doch der Pionier glaubt fest daran, dass künftig mehr Menschen fair und nachhaltig Weihnachten feiern wollen.