Nikolaus nicht nur am 6. Dezember in aller Munde

Nikolaus

Bild: epd-bild/Joern Neumann

(Symbolbild)

Nikolaus nicht nur am 6. Dezember in aller Munde
Rund 1.000 Familiennamen in Deutschland gehen auf den legendären Bischof Nikolaus von Myra zurück, wie die Freiburger Sprachwissenschaftlerin Kathrin Dräger erläuterte. Der Heilige, der am 6. Dezember gefeiert wird, werde in Westeuropa schon seit dem frühen Mittelalter verehrt. Er sei wohl der beliebteste Heilige, erklärte die Forscherin nach Angaben der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg vom Montag.

Rund 300.000 Personen trügen Nachnamen, die an den Wohltäter der Kinder und jungen Paare erinnern. Der häufigste "Nikolaus-Familienname" sei "Nickel" mit etwa 24.000 Personen, gefolgt von Klose, Klaus, Claus und Nitsche. Seltener sei die Vollform Nikolaus als Familienname. Es gebe zudem eine Vielzahl an Schreibweisen. So notierte die Wissenschaftlerin 39 Varianten des Namens Clasen.

Weil der Heilige so ungemein populär war, wurden seit dem Mittelalter auch viele Kinder nach ihm benannt. "In manchen Gegenden des deutschsprachigen Raums trug zeitweise bis zu einem Viertel der männlichen Bevölkerung einen Rufnamen, der auf Nikolaus zurückgeht", erläuterte Dräger. Im Deutschen habe sich rasch eine Vielzahl von Kurz- und Koseformen entwickelt, wie Klaus, Claas, Klees, Klose, Nickel oder Nietzsche.



Auch in Alltagsbegriffen schlage sich Nikolaus nieder, etwa in Pumpernickel für eine Schwarzbrot-Sorte. Selbst das Wort Nikotin habe dort seine Wurzeln. Es sei benannt nach einem französischen Gesandten namens Nicot, der den Tabak in Frankreich einführte, erläuterte Dräger. Dessen Name wiederum beruhe auf einer französischen Koseform von Nikolaus.

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