Reformationsparament vorgestellt

Parament zur Reformation in der Kirche des Klosters St. Marienberg in Helmstedt

© epd-bild/Jens Schulze

Parament zur Reformation, das am 31. Oktober 2018, dem Reformationstag, in der Kirche des Klosters St. Marienberg in Helmstedt vorgestellt wird.

Reformationsparament vorgestellt
Ein übergroßes Parament nach dem Entwurf des Künstlers Gerd Winner (82) ist am Reformationstag in der Helmstedter Klosterkirche St. Marienberg erstmals öffentlich präsentiert worden.

Auf dem Bild des Altartuchs habe er verschiedene biblische Textstellen vereint, sagte Winner am Mittwoch im niedersächsischen Helmstedt. So erinnert das Motiv unter anderem an das Pfingstereignis und die Feuerflammen über den Jüngern, an den brennenden Dornbusch und den Heiligen Geist als Symbol einer Taube. "Im Textil sind sie eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes miteinander verwoben."

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Echte Handarbeit: So werden Paramente hergestellt

Der handgewebte Leinenstoff wird jeweils oben und unten an den Stickrahmen genäht.

Foto: Johanna Ulmschneider

Der handgewebte Leinenstoff wird jeweils oben und unten an den Stickrahmen genäht.

Foto: Johanna Ulmschneider

Handgewebter Leinenstoff und ein Stickrahmen, das sind die Grundlagen für die Arbeit von Kerstin Fröse und Valeska Stengert. Seit 2009 stellen die beiden Frauen in ihrer Werkstatt auf dem Gelände der Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf Paramente her. Hier wird gerade der Leinenstoff oben und unten an den Stickrahmen genäht.

Wie eine weiße Leinwand

Foto: Johanna Ulmschneider

Im nächsten Schritt wird der Stoff gespannt und die Seiten glattgezogen. Alle Paramente werden individuell für die einzelnen Kirchen angefertigt.

Für die Stickereien wird Leinengarn genutzt, das  aus bis zu sieben miteinander verzwirnten Teilfäden besteht.

Foto: Johanna Ulmschneider

Für die Stickereien wird Leinengarn genutzt, das aus bis zu sieben miteinander verzwirnten Teilfäden besteht.

In mühevoller und kreativer Handarbeit besticken Valeska Stengert und Kerstin Fröse die Leinenstoffe mit grafischen Mustern und Symbolen.

Foto: Johanna Ulmschneider

In aufwendiger und kreativer Handarbeit besticken Valeska Stengert und Kerstin Fröse die Leinenstoffe mit grafischen Mustern und Symbolen. Je nach Aufwand variiert die Arbeitszeit an einem Werkstück zwischen zwanzig und über hundert Stunden.

Manchmal werden in die Paramente auch andere Materialien eingearbeitet wie Metall, Äste oder auch Steine.

Foto: Johanna Ulmschneider

Manchmal werden in die Paramente auch andere Materialien wie Metall, Äste oder Steine eingearbeitet.

Eine Goldstickerei in Spiralform.

Foto: Johanna Ulmschneider

Neben Garn in den liturgischen Farben werden auch Gold- und Silberfäden verwendet. Wie bei dieser Goldstickerei in Spiralform.

Nach dem Besticken wird der Stoff mit der Schere aus dem Stickrahmen getrennt.

Foto: Johanna Ulmschneider

Nach dem Besticken wird der Stoff mit der Schere aus dem Stickrahmen getrennt.

Nach dem Besticken ist der Stoff oft verzogen und muss erneut geglättet werden. Hierzu wird die Textilie zunächst straff befestigt und anschließend befeuchtet.

Foto: Johanna Ulmschneider

Nach dem Besticken ist der Stoff oft verzogen und muss erneut geglättet werden. Hierzu wird das Parament zunächst straff befestigt und anschließend befeuchtet. Während des Trocknens kommt es zu einem ähnlichen Effekt wie beim Bügeln und das Gewebe bleibt danach in der richtigen Form.

In viele Wandbehänge wird noch eine Metallschiene eingefüt damit die Textilien später plan hängen.

Foto: Johanna Ulmschneider

In viele Wandbehänge wird noch eine Metallschiene eingenäht, damit die Paramente später gerade an der Kanzel hängen.

Für die Beratung der Kirchengemeinden hängen in der Werkstatt der "Kaiserswerther Paramente" verschiedene Paramente zur Anschauung für die Arbeitsweise von Kerstin Fröse und Valeska Stengert.

Foto: Johanna Ulmschneider

Für die Beratung der Kirchengemeinden hängen in der Werkstatt von Kerstin Fröse und Valeska Stengert verschiedene Paramente zur Anschauung. Das hier gezeigte Modell entstand in Zusammenarbeit mit Gerhard Meussen.



Das sogenannte Reformationsparament wurde bei einem Festgottesdienst in der Klosterkirche vorgestellt. Für Winner, selbst bekennender Katholik, sind die darin verwobenen Motive auch Symbole für ein ökumenisches Miteinander der christlichen Kirchen. "Die größte Hoffnung, die wir haben, ist der gemeinsame Glaube und die Überwindung der Gegensätzlichkeit, die in der Trennung der Kirchen auch zu negativen Energien geführt hat." Die Kunst verbinde die Kirchen und den Glauben. "Die Kunst kann das, was vielleicht Abgrenzung in der Vergangenheit bewirkt hat, auch überwinden."



Das etwa 1,50 mal 2,30 Meter große Textil wurde teils von zwei Weberinnen über ein halbes Jahr gefertigt. In einer Wanderausstellung wird das auf einen Metallrahmen gespannte Textil in den kommenden Jahren an rund 20 Orten gezeigt, darunter in Braunschweig, Seesen, Bad Gandersheim, Holzminden oder Wolfenbüttel.

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