Papst nimmt Rücktritt von US-Kardinal an

Kardinal Donald Wuerl (l) spricht mit Papst Franziskus.

Foto: David Goldman/AP/dpa

Kardinal Donald Wuerl (l), Erzbischofs von Washington spricht nach einer Messe mit Papst Franziskus. Nach einem Missbrauchsskandal hat Papst Franziskus den Rücktritt des Erzbischofs von Washington akzeptiert.

Nach Vorwürfen gegen den Washingtoner Erzbischof Donald Wuerl im Zusammenhang mit Missbrauchsskandalen hat Papst Franziskus den Rücktritt des US-Kardinals angenommen. Das teilte der Vatikan am Freitag ohne weitere Angaben mit.

Der 77-Jährige hatte den Vorwurf, von sexuellen Übergriffen seines Vorgängers als Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, auf Priesteramtskandidaten gewusst zu haben, wiederholt zurückgewiesen. Wuerl hatte bereits vor fast drei Jahren bei Erreichen der Altersgrenze für Bischöfe von 75 Jahren fristgemäß seinen Rücktritt angeboten.

An einem vom Papst Mitte September im Vatikan einberufenen Treffen mit Spitzenvertretern des US-Episkopats unter Führung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, hatte Wuerl nicht teilgenommen. Im Februar will das Kirchenoberhaupt mit den Spitzen der weltweiten Bischofskonferenzen im Vatikan über eine effektive Bekämpfung von Missbrauch in der Kirche beraten.



Franziskus hatte McCarrick im vergangenen Juli in einem ungewöhnlichen Vorgehen aus dem Kardinalskolleg ausgeschlossen, nachdem als glaubwürdig eingestufte Vorwürfe bekanntgeworden waren, dieser habe nicht nur volljährige sondern auch mindestens einen minderjährigen Seminaristen missbraucht. Der mittlerweile angeblich aus Angst um sein Leben untergetauchte ehemalige Vatikanbotschafter in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, warf Franziskus wiederholt vor, von McCarricks Vergehen gewusst zu haben.