Entwicklungsminister: Wirtschaft vertut Chancen in Afrika

Volkswagenwerk in Ruanda ist ein positives Beispielfür ein deutsches Auto-Zulieferwerk in Afrika.

Foto: eyevine/ aif/Cyril Ndegeya/Xinhua

Techniker arbeiten seit Juni 2018 im VW-Werk in Kigali in Ruanda.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat der deutschen Wirtschaft vorgehalten, Chancen in Afrika nicht zu nutzen.

Afrika sei "der Kontinent der Ressourcen", sagte er am Dienstag dem "Deutschlandfunk" telefonisch aus Botsuana, wo er auf einer mehrtägigen Afrikareise Station macht. In dem ebenfalls von ihm besuchten Mosambik beispielsweise seien Chinesen, Inder, Japaner und US-Amerikaner vertreten, "nur die Deutschen sind nicht hier. Wir lassen auch viele Chancen liegen", urteilte der CSU-Politiker.

Als positives Beispiel führte der CSU-Politiker Botsuana an, wo ein Deutscher ein Auto-Zulieferwerk aufgebaut habe, und Ruanda, wo VW vor drei Wochen eine Produktion aufgenommen habe.

Von Deutschland und Europa forderte Müller mehr Engagement auf dem Nachbarkontinent. "Die Europäische Union hat hier bisher wesentlich zu wenig getan. Der Investitionshaushalt ist viel zu gering." Ganz besonders müssten die Handelsbeziehungen fair gestaltet werden, verlangte der Entwicklungsminister. Zu dem Argument, dass Entwicklung zunächst zu mehr Migration führen könnte, weil die Menschen mit mehr Geld die Möglichkeit zum Auswandern hätten, sagte Müller: "Aber der Umkehrschluss wäre, dass wir die Menschen verhungern lassen und im Dunkeln zurücklassen."