Bouffier lehnt sozialen Pflichtdienst ab

Bouffier lehnt sozialen Pflichtdienst ab
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist dagegen, junge Menschen zu einem sozialen Dienstjahr zu verpflichten. Viel besser sei es doch, die Dienste attraktiver zu machen, so dass möglichst viele mitmachten, sagte Bouffier der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). Niemand solle "der Notnagel in der Pflege" sein.

Es sei zwar richtig, wenn junge Menschen der Gemeinschaft etwas gäben und wenn man dadurch Gemeinschaft fördere. Zudem könnten sie bei einer Tätigkeit bei den Johannitern, der Feuerwehr oder beim Technischen Hilfswerk sehr viel gewinnen, sagte Bouffier. Die Frage aber sei: "Wie kann man beiden Seiten etwas bieten, den Jungen und der Gemeinschaft? So dass für die Jungen nicht nur Work and Travel in Australien interessant ist." Es sei viel besser, wenn jemand motiviert für eine Aufgabe sei, als ihn per Gesetz hinzuschicken.



Die Debatte als solche sei aber gut, sagte der CDU-Politiker. Denn letztlich gehe es dabei um Gemeinschaftsgeist. Die öffentliche Diskussion über eine Dienstpflicht war von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer ausgelöst worden. Sie hatte vorgeschlagen, junge Männer und Frauen ein Jahr lang für soziale oder gemeinnützige Arbeiten zu verpflichten.

In Hessen sind am 28. Oktober Landtagswahlen. Für die CDU sei das Ziel, wieder auf jene 38 Prozent zu kommen, die sie vor fünf Jahren erreichte, so Bouffier. Derzeit liegt die CDU in den Umfragen bei 31 Prozent, so dass es für eine erneute schwarz-grüne Koalition nicht reichen würde.

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