Niedersachsen weitet Schulversuch zu Fach "Werte und Normen" aus

Der Stundenplan wird in Niedersachsen erweitert um das Fach "Werte und Normen".

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Das Land Niedersachsen will im kommenden Schuljahr 2018/19 das Fach "Werte und Normen" an Grundschulen vermehrt unterrichten.

Niedersachsen weitet Schulversuch zu Fach "Werte und Normen" aus
Das Land Niedersachsen will im kommenden Schuljahr 2018/19 seinen Schulversuch zum Fach "Werte und Normen" an Grundschulen erweitern. Künftig solle das Fach an 40 Grundschulen getestet werden, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag. Bisher waren es zehn.

Nach Ablauf dieser zweiten Erprobungsphase könne "Werte und Normen" dann als ordentliches Unterrichtsfach eingeführt werden. Die Kirchen begrüßten den Schulversuch.

Bislang gibt es in Niedersachsen erst ab Klasse fünf ein wertebildendes Alternativfach zum Religionsunterricht. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) betonte, es gehe um ein Zusatzangebot zum konfessionellen Religionsunterricht, nicht um einen Ersatz für das Fach Religion. Der Religionsunterricht sei als einziger Unterricht grundgesetzlich verankert und habe auch im niedersächsischen Schulgesetz einen besonderen Stellenwert.

Die evangelischen Kirche erklärten, es sei angemessen, ein solches Angebot parallel zum Religionsunterricht auch für Kinder der Klassen eins bis vier vorzuhalten. "Genauso wie es ein Recht auf religiöse Erziehung gibt, besteht natürlich auch ein Recht auf nicht-religiöse Erziehung", sagte die Bevollmächtigte der Kirchen-Konföderation, Kerstin Gäfgen-Track.

Nach einer vorab veröffentlichten Statistik des Kultusministeriums in Hannover besuchten im vergangenen Schuljahr etwa 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen christlichen Religionsunterricht: rund 549.000 von insgesamt 720.000 Kindern und Jugendlichen. Das Fach "Werte und Normen" wurde von mehr als 133.000 Schülern ab der fünften Klasse gewählt. Etwa 4.000 Kinder und Jugendliche gingen in den islamischen Religionsunterricht.

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