Klima-Kollekte wirbt für CO2-sparende Reisen

Flugzeug am Himmel

Foto: HunterBliss/iStockphoto/Getty Images

Flugreisen sind besonders klimaschädlich.

Klima-Kollekte wirbt für CO2-sparende Reisen
Der CO2-Kompensationsfonds Klima-Kollekte wirbt für einen ressourcenschonenden Urlaub. Wer ein Reiseziel in Deutschland oder Europa wähle, müsse nicht fliegen und könne auf einfache Art das Klima schonen, sagte die Sprecherin von Klima-Kollekte, Sina Brod, in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dabei gebe es klimafreundlichere Alternativen zum Auto wie etwa eine Zugfahrt oder eine Busreise.

"Besonders Flugreisen sind sehr klimaschädlich", betonte Brod. Klima-Kollekte ist einer von mehreren sogenannten Ausgleichsfonds in Deutschland, in den für den CO2-Ausstoß einer Reise Geld für Klimaschutzprojekte gespendet werden kann. Der Preis pro Tonne CO2 schwankt dabei je nach Anbieter zwischen fünf und 23 Euro.

Flugreisen besonders klimaschädlich

Als Beispiel verwies Brod auf einen Flug von Frankfurt am Main nach Bangkok mit einer Strecke von mehr als 8.900 Kilometern. Dabei würden pro Person insgesamt 5,51 Tonnen Kohlendioxid für den Hin- und Rückflug in der Economy Class ausgestoßen. "Das entspricht bereits der Hälfte des Durchschnittsverbrauchs pro Kopf und Jahr in Deutschland und ist rund zehnmal so viel, wie pro Kopf und Jahr in Bangladesch ausgestoßen wird." Wenn es unbedingt eine Flugreise sein müsse, sollte der Urlaub auch entsprechend lange ausfallen, betonte die Mobilitätsexpertin: "Das heißt mindestens 14 Tage."

Klima-Kollekte investiert gezielt in Projekte

Die Ausgleichszahlungen der Klima-Kollekte würden gezielt in Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländer investiert, sagte Brod. "Sie sparen CO2 ein, mindern Armut vor Ort, indem sie Frauen stärken, Gesundheit schützen und Perspektiven ermöglichen." Der CO2-Ausstoß werde damit maßgeblich verringert, etwa durch den Einsatz von Photovoltaik-Modulen zur Erzeugung von Strom in Indien oder durch energieeffiziente Öfen in Kenia.

Die Projekte seien nach dem sogenannten Gold-Standard - einem Gütesiegel für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern - zertifiziert und von lokalen Partnerorganisationen entwickelt. "So leisten unsere Klimaschutzprojekte einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Am besten ist es jedoch, Emissionen zu vermeiden und zu reduzieren", sagte Brod. In Deutschland oder Europa gebe es dafür zahlreiche schöne Reiseziele.

Emissionen vermeiden und reduzieren

Den kirchlichen Kompensationsfonds Klima-Kollekte gibt es seit 2011. Träger sind unter anderem die Evangelische Kirche in Deutschland sowie die Hilfswerke "Brot für die Welt" und Misereor und die Sternsinger. 2017 nahm der kirchliche Kompensationsfonds rund 650.000 Euro an Ausgleichszahlungen ein. Größter Anbieter von CO2-Kompensation ist laut Stiftung Warentest "Atmosfair". Daneben gibt es unter anderem noch den ältesten Anbieter "Primaklima". Alle drei Unternehmen wurden im März von der Zeitschrift "Finanztest" "sehr gut" bewertet.



Im vergangenen Jahr zählte der Deutsche Reiseverband 69,6 Millionen in Deutschland gebuchte Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer. Wie viele davon auf Flugreisen entfielen, ist unklar. Fast drei Viertel (72,4 Prozent) der Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer entfielen auf das Ausland. An erster Stelle rangierten dabei Regionen direkt am Mittelmeer (36,9 Prozent) und Westeuropa (12,4 Prozent). Außereuropäische Fernreisen schlugen mit 8,4 Prozent zu Buche.