Ates kritisiert Kirchen wegen Islam-Verständnis

 Seyran Ates

Foto: Daniel Karmann/dpa/Daniel Karmann

Ates kritisiert Kirchen wegen Islam-Verständnis
Die Frauenrechtlerin und Moschee-Gründerin Seyran Ates hat die Kirchen zu einem kritischeren Umgang mit dem Islam in Deutschland aufgefordert.

Die Kirchen lebten in einer Illusion und würden nicht wahrnehmen, "dass hier, teilweise sogar mit ihrer Unterstützung, ein Islam Verbreitung findet, der die Einführung der Scharia will, also die religiöse Macht über die weltliche Macht stellen möchte", sagte Ates der in Weimar erscheinenden Mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" (Ausgabe zum 10. Juni).

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Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) hat eine Social-Media-Kampagne zur Begegnung mit jungen Muslimen gestartet. Die Aktion "Begegnet Euch!" soll dafür werben, Berührungsängste abzubauen, wie die aej am Dienstag in Hannover mitteilte.
Ein Imam betet in einer Moschee.
In der Eifel sollen in den kommenden zwei Jahren zunächst 22 junge Menschen für die seelsorgerliche Arbeit in Gemeinden ausgebildet werden. Bislang kamen Imame meist aus dem Ausland. Die neue Akademie soll jedoch keine staatliche Förderung erhalten.

So seien die Kirchen beispielsweise sehr schnell bereit, das Kopftuch mit dem Kreuz zu vergleichen und sich für eine vermeintliche Religionsfreiheit einzusetzen. Dabei sei das eine das Symbol für die gesamte christliche Gemeinschaft, das andere eine Kleiderordnung für Frauen, die zudem ein sehr konservatives Rollenverständnis ausdrücke, kritisierte die Gründerin der liberalen Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Sie könne sogar nachvollziehen, dass es in Deutschland die AfD gebe, sagte Ates weiter: Diese habe zwar viele falsche Antworten, "aber sie stellt an vielen Stellen die richtigen Fragen".