Kirchliche Initiative fordert von CSU christlichere Politik

Appell zur politischen Kursänderung an die CSU: Einer Partei mit dem C im Namen darf es nicht egal sein, wenn Arme ärmer und Reiche reicher werden.

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Appell zur politischen Kursänderung an die CSU: Mehr als 100 großteils kirchliche Unterstützer haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie von der Partei und den Wählern fordern, sich an christlichen und sozialen Grundsätzen zu orientieren.

Kirchliche Initiative fordert von CSU christlichere Politik
Die CSU betreibe "eine verkürzende Symbolpolitik", heißt es in einem offenen Brief, dessen Autoren von der Partei eine Politik "im Namen gesellschaftlicher Solidarität und sozialen Zusammenhalts" fordern.

Appell zur politischen Kursänderung an die CSU: Mehr als 100 großteils kirchliche Unterstützer haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie von der Partei und den Wählern fordern, sich an christlichen und sozialen Grundsätzen zu orientieren. In Nürnberg stellten am Montag die drei Initiatoren das Schreiben vor. Der Sozialethiker Pater Jörg Alt, Beatrice von Weizsäcker, Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, und der katholische Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose betonten, der umstrittene Kreuzerlass der CSU-geführten bayerischen Staatsregierung sei lediglich der Anlass, nicht aber Gegenstand ihres Schreibens.

In dem Brief lehnen die Unterzeichner "eine verkürzende Symbolpolitik" ab und fordern eine Politik "im Namen gesellschaftlicher Solidarität und sozialen Zusammenhalts". Einer Partei mit dem C im Namen dürfe es nicht egal sein, wenn Arme ärmer und Reiche reicher würden, erklärte die Juristin und Publizistin Weizsäcker. Die unveräußerliche Menschenwürde gelte nicht nur für Deutsche, Gesunde, Reiche und Starke. Es widerspreche der Menschenwürde, in Krisengebiete abzuschieben und Flüchtlingen zu verwehren, ihre Familien nachzuholen.

Weizsäcker: Bayerischer Kreuzerlass diene Wahlkampfzwecken

Die CSU teilte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit, den Brief nicht erhalten zu haben. Man werde die Aktion auch nicht kommentieren. Für den Jesuitenpater Alt war die Debatte über Obergrenzen für Flüchtlinge einer der Gründe, den Brief zu verfassen. Es sei fahrlässig, "der Bevölkerung weiszumachen, man könne globale Migrationsbewegungen mit Grenzsicherungen in den Griff zu bekommen", sagte er.

Weizsäcker sagte, sie halte die Verordnung, wonach in bayerischen Dienstgebäuden vom 1. Juni an im Eingangsbereich verpflichtend Kreuze hängen müssen, für eine "Anmaßung". Es sei offensichtlich, dass der Kreuzerlass Wahlkampfzwecken diene. Die Staatsregierung wolle schließlich gar nicht kontrollieren, ob ihre Verordnung umgesetzt werde. "Es geht nicht um das Kreuz", sagte sie.

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Zu den bisher 106 Unterstützern des Briefes gehören unter anderem die Oberzeller Franziskanerinnen, die Communität Christusbruderschaft, die Münchner Pfarrerin Andrea Borger, der Priester und Autor Anselm Bilgri, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds Bayern, Matthias Jena, der Nürnberger Stadtdekan Hubertus Förster, der Oikocredit Förderkreis, die Leiter der Missionsgesellschaft Mission EineWelt der evangelischen Kirche, Vertreter der Caritas, Theologen, Lehrerinnen, Männer und Frauen aus der katholischen Jugend und Wissenschaftler.