Bischof Meister: Pfingsten sprengt die Grenzen

Landesbischof Ralf Meister zu Pfingsten

Foto: epd-bild/Jens Schulze

An Pfingsten gelte es, darüber zu sprechen, "wo und wie Gottes Geist heute wirkt, wo Schranken durch die Liebe Gottes fallen, die uns sonst trennen", hob Meister hervor.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat zu Pfingsten die aktuelle Botschaft des kirchlichen "Festes mit den vielen Sprachen" hervorgehoben.

"Wir erzählen an Pfingsten, dass der Geist Gottes Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprache und Hautfarbe so eng miteinander verbindet, dass sie sich verstehen", sagte der evangelische Theologe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Damit werde zugleich deutlich, dass Vielfalt zum Glauben dazugehöre.

"In den Zeiten eines wiedererwachenden Nationalismus, in den Zeiten von Anschlägen, Grenzverletzungen und Kriegen ist das eine sehr aktuelle und dringliche Botschaft für alle Völker", betonte der Bischof der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Der Geist Gottes beseitige die Grenzen zwischen den Menschen. Meister sagte, er kenne keine andere religiöse Erzählung, die so radikal auf eine neue Verbindung setze: "Nur der Geist der Liebe und des Friedens ist wichtig, alles andere ist nebensächlich."

An Pfingsten, das 50 Tage nach Pessach gefeiert wird, feiern Christen das Kommen des Heiligen Geistes. Der Name geht auf das griechische Wort "pentekoste" (der fünfzigste Tag) zurück. Beim ersten Pfingstfest seien Menschen aus aller Welt in Jerusalem zum jüdischen Erntedankfest Schawuot zusammengekommen, sagte Meister. Dabei seien sie Zeuginnen und Zeugen der ersten öffentlichen Predigt der Jünger Jesu geworden. In diesem Jahr werden Schawuot und Pfingsten gleichzeitig gefeiert.

Damals habe sich die noch kleine Schar der Jesus-Anhänger darauf eingestellt, dass Jesus nicht mehr sichtbar und physisch unter ihnen war. "Und sie machen die Erfahrung: Es kommt alles darauf an, dass der Funke auf uns selbst überspringt. Trauer oder Heldenverehrung bringen uns nicht weiter. Wir sind in Gottes Geist miteinander verbunden und werden durch ihn in die Lage versetzt, Liebe zu üben und in Frieden miteinander zu leben", erläuterte Meister. Das sei die grundlegende Botschaft für christliche Gemeinden. Deshalb werde Pfingsten auch der "Geburtstag der Kirche" genannt.

An Pfingsten gelte es, darüber zu sprechen, "wo und wie Gottes Geist heute wirkt, wo Schranken durch die Liebe Gottes fallen, die uns sonst trennen", hob Meister hervor: "Deshalb bin ich sicher, dass diese Erzählung zeigt, an wie vielen Stellen wir durch Mauern, Zäune, Grenzen, in der Welt oder im Herzen gegen die Freiheit des liebenden Geistes Gottes agieren."

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