Kardinal Woelki warnt vor Auslese durch Pränataldiagnostik

Kardinal Woelki warnt vor Auslese durch Pränataldiagnostik
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki warnt vor einer zunehmenden Selektion menschlichen Lebens durch die Pränataldiagnostik. Immer mehr Eltern gerieten enorm unter Druck, wenn sie genetischer Frühdiagnostik eine Absage erteilten, sagte Woelki in seinem "Wort des Bischofs", das am Sonntag im Kölner Bistumssender Domradio verbreitet wurde.

"Auf Kinder mit Behinderung möchte man in unserer 'schönen neuen Welt' doch am liebsten ganz verzichten." Immer mehr scheine medizintechnisch möglich: "Wer es sich finanziell leisten kann, der lässt sich zukünftig vielleicht einfach sein 'Wunschkind' machen?"

Er habe nichts gegen Fortschritt in der Medizin, sagte Woelki. "Aber ich möchte nicht ein einer Welt leben, in der wir Menschen nur noch optimiert werden. In einer Welt, wo zwischen lebenswertem und lebensunwertem menschlichen Leben unterschieden wird." Jedes menschliche Leben müsse geschützt werden, betonte der Kardinal: "Wir dürfen dem Schöpfer unseres Lebens nicht ins Handwerk pfuschen."



Woelki äußerte sich zum Ende der ökumenischen "Woche für das Leben", die sich in diesem Jahr mit der Pränataldiagnostik befasste. Die jährliche bundesweite Aktion der katholischen und der evangelischen Kirche stand unter dem Motto "Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!".

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