Paralympics-Pastor hofft auf "sauberen Sport"

Der Paralympics-Seelsorger Christian Bode

Foto: epd-bild / privat

Der Paralympics-Seelsorger Christian Bode

Der Paralympics-Seelsorger Christian Bode hofft, dass die Athleten der bevorstehenden Winterspiele auf illegale Leistungsförderung verzichten.

Er wünsche sich "einen sauberen Sport, denn letztendlich geht es ja um Glaubwürdigkeit", sagte der evangelische Theologe aus dem niedersächsischen Holzminden dem Evangelischen Pressedienst (epd). Umso tragischer sei es, dass nach dem großen mutmaßlichen Betrugsskandal bei den vorigen olympischen Winterspielen im russischen Sotschi in diesem Jahr erneut zwei russische Olympia-Starter positiv auf Doping getestet worden seien.

Christian Bode reist als einziger Seelsorger der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu den Paralympischen Winterspielen vom 9. bis zum 18. März ins südkoreanische Pyeongchang. Gemeinsam mit einem Kollegen der katholischen Kirche wird Bode das deutsche paralympische Team mit 22 Athleten und rund 50 Betreuern begleiten. Insgesamt treten bei den Spielen rund 670 Athleten in 80 Wettkämpfen an.

Angesichts eines gestiegenen Leistungsdrucks und einer zunehmenden Professionalisierung im Behindertensport könne auch dort die Verführung groß sein, zu illegalen Methoden zu greifen, sagte Bode, der seit 2012 die paralympischen Spiele als Seelsorger begleitet. Wie auch schon bei den vorangegangenen olympischen Winterspielen dürfen bei den Paralympics nur ausgewählte russische Sportler unter neutraler Flagge antreten. Dies sei im Sinne der Sportler eine faire Lösung, sagte Bode. Denn es dürfe nicht eine ganze Generation unter Generalverdacht gestellt werden. Bei den Sommerspielen im brasilianischen Rio de Janeiro hatte das paralympische Komitee noch alle russischen Sportler aufgrund eines offenbar staatlich gelenkten Doping-Systems ausgeschlossen.

Bode, der am Sonntag gemeinsam mit der Mannschaft von Frankfurt am Main in das mehr als 8.000 Kilometer entfernte Südkorea flog, will vor allem als Ansprechpartner an den Wettkampfstätten präsent sein. Auch bei den Team- und Mannschaftsbesprechungen sei er dabei. Natürlich richte sich dabei Blick der Sportler auf die Wettkämpfe, sagte Bode: "Aber es schwingt immer noch so viel anders mit, was man vielleicht nicht dem Trainer anvertraut." So gebe es beispielsweise Sportler, die kurz vor den Wettkämpfen einen Angehörigen verloren hätten und die nun ohne dessen Unterstützung starten müssten.

Gemeinsam mit seinem Kollegen werde er vor Ort auch Gottesdienste und Andachten organisieren, sagte Bode. Jeden Morgen will er außerdem an interessierte Sportler und Team-Mitglieder einen religiösen Impuls per SMS, WhatsApp oder Mail verschicken. Auch eine 24-seitige Broschüre unter dem Titel "Mittendrin" haben die Seelsorger im Gepäck. Im kleinen Format könne dieses "geistliche Trainingsheft" auch zu den Wettkampfstätten mitgenommen werden. Kurze Texte zu Themen wie Sieg oder Niederlagen regten zu kurzen Pausen der Besinnung an.

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