Bischof Bode: Müssen über Segnung gleichgeschlechtlicher Paare reden

Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode

Foto: Hanno Gutmann

"Man kann zum Beispiel über eine Segnung nachdenken - die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung", regte der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, an.

Bischof Bode: Müssen über Segnung gleichgeschlechtlicher Paare reden
Der stellvertretende Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, hat eine neue Diskussion über die Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen angeregt.

"Ich meine, wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren. Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter und verunsichert", sagte der Osnabrücker Bischof der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). "Man kann zum Beispiel über eine Segnung nachdenken - die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung." Im Gegensatz zur katholischen Kirchen sind in fast allen 20 evangelischen Landeskirchen Trau- oder Segnungsfeiern möglich. Bode sagte, auch wenn sich die "Ehe für alle" vom Eheverständnis der katholischen Kirche unterscheide, sei sie nun politische Realität: "Wir müssen uns daher fragen, wie wir denjenigen begegnen, die diese Verbindung eingehen, und die sich ja zum Teil auch in der Kirche engagieren."

Die katholische Laienorganisation "Wir sind Kirche" sprach sich für eine Segnung aus. "Wenn Autos und wer weiß noch alles gesegnet werden, darf die Kirche gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen nicht verweigern", sagte Sprecher Christian Weisner der Zeitung: "Ich denke, dass es zum Glück auch Priester gibt, die gleichgeschlechtliche Paare zumindest im kleinen Kreis und ohne mediale Aufmerksamkeit segnen. Und das ist gut so."