Die Polizistin kommt bei der Heimkehr von der Beerdigung ihres Schwiegervaters direkt an einen Tatort: Im Rahmen einer nächtlichen Polizeikontrolle ist ein Beamter gezielt überfahren worden. Der Film erzählt das im spannend montierten Prolog auf drei Ebenen: hier ein Auto mit feiernden Jugendlichen, dort die Streife, und dazwischen das Paar, das für den Titel "Liebesrausch" steht. Geistesgegenwärtig hat die Polizistin auf den Reifen des davonrasenden Autos geschossen; Jana findet den Wagen zufällig in einem nahen Waldstück. Von dort haben die Flüchtigen ihren Weg zu Fuß fortgesetzt. Für einen von beiden endeten die Flucht wie auch sein Leben im verlassenen Vereinshaus eines Ruderclubs. Aber wer hat ihn getötet? Und wer war die Frau in seinem Auto, deren billiges Deo Jana riecht? Die Spur führt nach Kopenhagen: Der tote Mann entpuppt sich als Karsten Rogge (Andreas Pietschmann), dänischer Staatsbürger mit deutschen Wurzeln. Seine Frau, eine vermögende Reederin, wähnt ihn in Norwegen. Dass er eine Wohnung in Barcelona gekauft hat, weiß sie ebenfalls nicht; und nun entfaltet der Film ein komplexes Drama mit zwei Paaren, die schon ewig miteinander befreundet sind.
Tilmann P. Gangloff setzt sich seit 40 Jahren als freiberuflicher Medienkritiker unter anderem für "epd medien" mit dem Fernsehen auseinander. Gangloff (geb. 1959) ist Diplom-Journalist, Rheinländer, Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt am Bodensee. Er war über 30 Jahre lang Mitglied der Jury für den Grimme-Preis, ist ständiges Mitglied der Jury Kindermedien beim Robert-Geisendörfer-Preis, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und 2023 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet worden.
Die erste Hälfte des Films verdankt ihre Spannung nicht zuletzt der Musik (Jean-Paul Wall); in der zweiten, die überwiegend aus Vernehmungen im Kommissariat spielt, sind vor allem die Schauspieler gefragt. Dank der entsprechenden Rückblenden wird auch klar, warum der scheinbar winzige Part des Mordopfers recht prominent mit Andreas Pietschmann besetzt worden ist. Der manisch-depressive Deutschdäne ist eine interessante Rolle: mal zu Tode betrübt, dann wieder, wie kurz vor seinem Tod, Richtung Sonne unterwegs. Am Ende ist die Lösung nicht nur Janas Spürnase, sondern auch ihrem Sohn zu verdanken, weil Leo (Kian Schmidt) die Ermittler unfreiwillig auf die richtige Spur bringt.

