Diakonie dringt auf einheitliche Lebensverhältnisse im ganzen Land

Die Diakonie erwartet von der künftigen Bundesregierung Maßnahmen gegen ein zunehmendes Stadt-Land-Gefälle in Deutschland.

"Woher man kommt, darf kein Hemmnis für Bildungschancen, Teilhabe am Erwerbsleben oder eine menschenwürdige Pflege im Alter sein", sagte Diakoniepräsident Ulrich Lilie am Dienstag vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bonn.

Der Chef des evangelischen Wohlfahrtsverbandes verwies in seinem Bericht an das Kirchenparlament auf eine "Tendenz zur dauerhaften Abwanderung aus unattraktiven Landstrichen". "Insgesamt wird sich die demografische Entwicklung im ländlichen und strukturschwachen Raum erheblich dramatischer darstellen als in den prosperierenden Metropolregionen mit guter Haushaltslage", sagte er.

Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, sagte angesichts der zeitgleich zur Synode in Bonn stattfindenden UN-Klimakonferenz, sie erwarte, dass die Bundesregierung zur Zusage der Industriestaaten stehe, die armen Länder beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen und die internationale Klimafinanzierung bis 2020 auf jährlich rund 100 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Das Geld müsse zusätzlich zur Entwicklungshilfe bereitgestellt werden, betonte Füllkrug-Weitzel.

"Brot für die Welt" hoffe, dass die bis Freitag tagende Klimakonferenz einen ambitionierten Arbeitsplan für den Umgang mit klimabedingten Schäden verabschiedet. Er müsse einen starken Fokus auf die Ärmsten legen und insbesondere durch die Industrieländer finanziert werden.

Die Diakonie Deutschland als Bundesverband der Diakonischen Werke der evangelischen Landes- und Freikirchen und "Brot für die Welt" arbeiteten seit fünf Jahren unter dem Dach des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung zusammen. Das gemeinsame Werk hat seinen Sitz in Berlin.