SPD und CDU in Niedersachsen wollen weiteren Feiertag

SPD und CDU in Niedersachsen wollen weiteren Feiertag
In Niedersachen zeichnet sich die Einführung eines weiteren Feiertags ab. CDU und SPD favorisieren dafür den Reformationstag (31. Oktober), wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Samstag) berichtete. Beide Parteien beraten zurzeit über die Bildung einer großen Koalition in dem Bundesland.

"Ich plädiere sehr dafür, dass wir den Reformationstag nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern dauerhaft zu einem Feiertag machen", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Er wolle das Thema in den Koalitionsverhandlungen, aber auch mit allen anderen im Landtag vertretenen Parteien und den Religionsgemeinschaften besprechen. 

CDU-Landeschef Bernd Althusmann äußerte die Hoffnung auf Gespräche mit den Kirchen und der Wirtschaft. Niedersachsen habe im Vergleich mit den süddeutschen Ländern sehr wenige Feiertage. In Niedersachsen gebe es neun, in Bayern dagegen 13 gesetzliche Feiertage. 

Evangelische Kirchenvertreter in Niedersachsen und Bremen haben sich immer wieder für einen dauerhaften Feiertag am 31. Oktober ausgesprochen. Bei den anderen Religionsgemeinschaften in Niedersachsen ist das Echo geteilt. Die Katholiken befürworten eher den Buß- und Bettag als Feiertag, die jüdischen Gemeinden lehnen den Reformationstag mit Hinweis auf Martin Luthers Judenfeindlichkeit ab. 

In diesem Jahr wird das 500. Reformationsjubiläum gefeiert. Deshalb ist der 31. Oktober bundesweit Feiertag. 1517 hatte Luther 95 Thesen zu Missständen in der damaligen Kirche veröffentlicht. Dies gilt als Ausgangspunkt der Reformation, die zur Spaltung in die katholische und die evangelische Kirche führte.

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