Böhrnsen für Reformationstag als dauerhaften Feiertag

Böhrnsen für Reformationstag als dauerhaften Feiertag
Bremens ehemaliger Bürgermeister und Senatspräsident Jens Böhrnsen (SPD) wirbt für den Reformationstag am 31. Oktober als dauerhaften bundesweiten Feiertag.

Die Reformation stehe für grundlegende Werte wie Menschenwürde, Gleichheit, Glaubensfreiheit und Gewissensfreiheit, sagte Böhrnsen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Für sie einzutreten, sei eine aktuelle Herausforderung für den Zusammenhalt der Gesellschaft: "Frei denken, frei glauben, frei leben, das sind Werte, hinter denen sich alle in unserer Gesellschaft versammeln können."

Böhrnsen unterstützt damit eine Initiative des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), der sich auch dafür einsetzt und im 31. Oktober einen Tag des Brückenschlags zwischen den Religionen sieht. Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums ist der Reformationstag in diesem Jahr einmalig bundesweit ein Feiertag. Normalerweise ist er das nur in den östlichen Bundesländern - in Thüringen nur in überwiegend evangelischen Gebieten -, nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet.

"Die Süddeutschen haben deutlich mehr Feiertage als der Norden. Das spricht dafür, einen weiteren gesetzlichen Feiertag in den norddeutschen Ländern einzuführen."

Die Bremische Bürgerschaft hatte 2013 beschlossen, dass der 31. Oktober 2017 im Land Bremen einmalig ein Feiertag sein soll. Ihn bundesweit einzurichten, habe auch eine ganz weltliche Seite, betonte Böhrnsen: "In den fünf ostdeutschen Bundesländern ist der Reformationstag ein Feiertag. Und die Süddeutschen haben deutlich mehr Feiertage als der Norden. Das spricht dafür, einen weiteren gesetzlichen Feiertag in den norddeutschen Ländern einzuführen."

Der Reformationstag eigne sich dafür ganz besonders, denn er habe das Potenzial, Menschen unterschiedlichen Glaubens und Nichtgläubige in gleicher Weise anzusprechen. "Die Reformation hat unser Land geprägt wie kein anderes Ereignis. Sie hat den Wind der Freiheit in die Welt gebracht."

Reformationstag als "Tag der Menschenrechte"

In diesem Zusammenhang geht es Böhrnsen zufolge nicht um einen "Luthertag". Luther als Person gehöre nicht auf ein Denkmal gestellt und als Held gefeiert. Bei ihm verbinde sich ohne Zweifel die Reformation als Freiheitsbewegung mit Ressentiments bis zu schrecklichen Attacken auf Andersgläubige wie den Juden. "Der Reformationstag ist vielmehr ein Tag der Menschenrechte, für die wir uns immerwährend einsetzen müssen. Ein Feiertag mit Auftrag also. Und eben kein rein kirchlicher Feiertag." Böhrnsen ist seit einem Jahr ehrenamtlicher Reformationsbotschafter der Bremischen Evangelischen Kirche.

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