"Eins in die Fresse": Bedford-Strohm kritisiert Nahles-Äußerung

Bild-Zeitung mit der Schlagzeile "Ab morgen kriegen sie in die Fresse" und einem Portrait von der neuen SPD-Fraktionschefin im Bundestag, Andrea Nahles

Foto: Arne Dedert/dpa

Bild-Zeitung mit der Schlagzeile "Ab morgen kriegen sie in die Fresse" und einem Portrait von der neuen SPD-Fraktionschefin im Bundestag, Andrea Nahles

"Eins in die Fresse": Bedford-Strohm kritisiert Nahles-Äußerung
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Wortwahl der neuen SPD-Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles kritisiert, die dem Noch-Koalitionspartner Union "eins in die Fresse" angekündigt hatte.

Auch wenn die Äußerung scherzhaft und unter Gelächter gefallen sei, sei sie "problematisch, weil die Worte abgewogen werden müssen", sagte er am Freitag in Berlin. Der evangelische Theologe appellierte an eine politische Kultur, die den Respekt und die Achtung vor dem Gegenüber berücksichtige. Ebenso kritisierte er die Äußerung des SPD-Abgeordneten Johannes Kahrs, der über die AfD als einen "Haufen rechtsradikaler Arschlöcher" gesprochen hatte. Dies reduziere Menschen, warnte er.

Nahles' Äußerung wolle er aber nicht gleichsetzen mit dem, was im Wahlkampf und am Abend der Bundestagswahl zu erleben gewesen sei, sagte Bedford-Strohm. Er verurteilte das Niederbrüllen von Politikern auf Wahlkampfbühnen und die Äußerung von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ankündigte, sie "jagen" zu wollen. "Solche Worte sind Gift für unsere politische Kultur", sagte Bedford-Strohm.

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