Parzany: EKD stellt Grundlagen des evangelischen Glaubens infrage

Der konservative Theologe Ulrich Parzany

Foto: epd-bild/Wolfgang Schmidt

Der konservative Theologe Ulrich Parzany und frühere Redner der Missionsbewegung "ProChrist".

Der konservative Theologe Ulrich Parzany hat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vorgeworfen, die Grundlagen des evangelischen Glaubens infrage zu stellen. "Führende Theologen und leitende Bischöfe zweifeln offen die Autorität der Bibel an", sagte der frühere Redner der Missionsbewegung "ProChrist" in einem Interview mit der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt": "Sie ist ihnen nur noch Literatur wie jede andere Literatur." Die Debatte um die Segnung und Trauung homosexueller Paare zeige, dass die Bibel für die EKD keine normative Bedeutung habe.

Der langjährige Generalsekretär des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) kritisierte außerdem die theologischen Fakultäten. "Man muss sich klarmachen, wie Lehrstühle besetzt werden. Pfarrer werden an Universitäten ausgebildet, doch die Kirche hat keinerlei Einfluss darauf, was dort gelehrt wird."

Der Pfarrer beklagte, wer den "methodischen Atheismus der historischen Bibelkritik nicht akzeptiert, kommt dort nicht rein." Es gebe viele qualifizierte, internationale Forscher die an deutschen Fakultäten dennoch keine Chance hätten. Auch die kirchlichen Hochschulen unterschieden sich inzwischen nicht mehr von den staatlichen Fakultäten. "Wir brauchen Alternativen für die Pfarrerausbildung", forderte Parzany.