US-Bericht zur Religionsfreiheit: Kritik auch an Verbündeten

 Im Iran werden Christen und Anhänger der Bahai-Religion verfolgt und ihre Friedhöfe zerstört, wie dieser Bahaifriedhof in Yazd in Iran (2007).
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Im Iran werden Christen und Anhänger der Bahai-Religion verfolgt und ihre Friedhöfe zerstört, wie dieser Bahaifriedhof in Yazd in Iran (2007).
US-Bericht zur Religionsfreiheit: Kritik auch an Verbündeten
Beinahe 80 Prozent der Weltbevölkerung leben dem US-amerikanischen Jahresbericht zur internationalen Religionsfreiheit zufolge in Ländern, die die Religionsausübung begrenzen oder Gläubige anfeinden. Ein Umstand, den US-Außenminister Rex Tillerson scharf kritisiert.

Das US-Außenministerium hat die Verletzung der Religionsfreiheit in einer Reihe von Ländern kritisiert. Darunter befinden sich China wie auch mit den USA verbündete Staaten wie Saudi-Arabien und die Türkei. US-Außenminister Rex Tillerson beklagte am Dienstag (Ortszeit) bei der Vorstellung des Jahresberichts zur internationalen Religionsfreiheit, dass beinahe 80 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern lebten, die die Religionsausübung begrenzten oder Gläubige anfeindeten.

Besonders scharf verurteilte Tillerson die Terrororganisation "Islamischer Staat". Der IS habe einen Genozid gegen Jesiden, Christen und schiitische Muslime verübt und sei verantwortlich für "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Der US-Botschafter für Demokratie und Menschenrechte, Michael Kozak, äußerte sich optimistisch, dass der IS besiegt werde und religiöse Minderheiten in ihre Wohnorte zurückkehren könnten.

In China werden laut dem Bericht Tausende Menschen wegen ihres Glaubens gefoltert und eingesperrt, darunter Mitglieder der Meditationsbewegung Falun Gong, tibetische Buddhisten und muslimische Uiguren. Chinesische Sicherheitskräfte drangsalierten zudem nicht registrierte religiöse Gruppen und christliche Kirchen.

Im Iran würden Christen und Anhänger der Bahai-Religion verfolgt, hieß es. Aufgrund von "unspezifischen Gesetzen gegen Glaubensabtrünnigkeit" seien dort im vergangenen Jahr 20 Menschen hingerichtet worden.

Die USA seien auch "besorgt über den Stand der Religionsfreiheit in Saudi-Arabien", sagte Tillerson. Das Land respektiere keine religiösen Rechte außerhalb des Islams. Andersgläubigen drohten bei der öffentlichen Ausübung ihrer Religion Gefängnis, Auspeitschung und Geldstrafen. In der Türkei schränkten die Behörden die Menschenrechte von religiösen Minderheiten ein.

Botschafter Kozak verteidigte die Entscheidung der US-Regierung, die Aufnahme von Flüchtlingen zu reduzieren. Es gebe leider "viel, viel, viel mehr Flüchtlinge", als man aufnehmen könne. Ein "bedeutender Prozentsatz" der in den USA aufgenommenen Menschen flieht den Angaben zufolge vor religiös motivierter Verfolgung.