Kirchner-Media, Nicolo CampoImago / Imago; Gerardo Carnero / Getty Images; [M] chrismon
Evangelikale im Fußball
Wann öffentlicher Glaube problematisch wird
chrismon: Herr Heimowski, erinnern Sie sich an Ihren ersten Gedanken, als Felix Nmecha nach dem Spiel mit Spielern aus Curaçao betete?
Uwe Heimowski: Mich hat die Szene fasziniert. Fußball lebt davon, dass man gegeneinander spielt, gewinnen will, manchmal sogar aneinandergerät. Und dann sieht man nach dem Abpfiff Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die miteinander beten. Ich fand das wirklich ein tolles Bild für Völkerverständigung.
Die "Taz" empörte sich darüber, dass sich hier christliche Religiosität öffentlich zeigt. Die Zeitung "Die Welt" lobte das Gebet als Rückkehr zu guten alten Zeiten. Haben Sie mit so einer Kontroverse gerechnet?
Nein, da ich erst mal nichts Kontroverses daran wahrgenommen habe: Nmecha hat niemanden aufgefordert, Christ zu werden. Er hat niemanden belehrt. Er hat nach einem Fußballspiel gebetet. Deshalb hat mich eher überrascht, wie schnell diese Szene auf dem Rasen in größere gesellschaftliche Debatten hineingezogen wurde. Dabei ist Glaube im Fußball ja gar nichts Neues.


