Es werde Pop! Heimliche Bibelhits

Christliche Botschaften in der Popmusik

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Christliche Botschaften in der Popmusik sind nicht immer sofort heraus zu hören. In manchen Popsongs versteckt sich die "potentiell biblische Botschaft".

Christliche Botschaften in Popmusik: Elvis, Leonard Cohen, U2 und Lady Gaga haben sich in ihren Songs schon auf biblische Geschichten bezogen. So offensichtlich sind aber nicht alle Liedtexte, in manchen versteckt sich die "potentiell biblische Botschaft" besser. Zehn Beispiele.

Die Toten Hosen - "Alles passiert"

"Ein Moment, der bitter schmeckt, der keine neuen guten Geister weckt [...] Alles passiert, wie es passieren muss."

Als Christen bezeichnen sich die Bandmitglieder der Toten Hosen nicht unbedingt, aber der Glaube spielt in ihrer Musik trotzdem eine Rolle. Neben explizit religiösen Liedern wie "Beten", könnte man auch in "Alles passiert" eine neutestamentarische Botschaft entdecken. Jesus, der im Garten Gethsemane darum bittet, dass dieser Kelch an ihm vorübergehn möge und vor Verzeiflung und Todesangst betet, sich dann jedoch in sein Schicksal fügt - weil alles passiert, wie es passieren muss (Mk 14-15).

Katy Perry - "Rise"

"This is no mistake, no accident. When you think the final nail is in -Think again. Don't be surprised, I will still rise." ("Das ist kein Fehler, kein Unfall. Wenn du denkst, dass der letzte Nagel drin ist - falsch gedacht. Sei nicht überrascht, ich werde trotzdem auferstehen.")

Mit ihrem Song "Rise" hat die Pastorentochter Katy Perry nicht nur eine Hymne für die Athleten der olympischen Sommerspiele 2014 in Brasilien geschrieben - man könnte das Lied auch als die Kreuzigungs- und Auferstehungsgeschichte von Jesus interpretieren (Lk 23 und Lk 24,34). Das "Ich" in "Rise" will und wird sich nicht anpassen - egal, wie viel Druck ausgeübt wird. Auch Jesus hat sich nicht von seinem Weg abbringen lassen und ist auch ob des Spotts der Oberen und der anderen Verurteilten am Kreuz nicht verzweifelt. Er hat den Glauben in Gott nicht verloren und darauf vertraut, dass er auferstehen wird.

Alice Merton - "Roots"

"I've got no roots, but my home was never on the ground." ("Ich hab keinen Ursprung, denn mein Heim war nie auf der Erde.")

Die deutsch-irische Pop-Musikerin Alice Merton, die in Kanada aufgewachsen ist, singt in ihrem Lied darüber, dass ihr die Wurzeln in dieser Welt fehlen. Das verbindet sie mit Jesus Christus, der im Johannes-Evangelium darauf aufmerksam macht, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei (Joh 18,36) und dass seine Jünger und er ebenfalls nicht von dieser Welt seien (Joh 17,16). Und wer nicht von dieser Welt ist, kann in ihr auch keine Wurzeln haben - logisch.

Tim Bendzko - "Ohne zurück zu sehen"

"Denn ich bin der einzige, der alles von dir weiß. Ich bin der, der dich ansieht, und nicht das, was nur so scheint."

Diese Zeile aus Bendzkos 2013 erschienen Song können gleich auf verschiedene Bibelstellen anspielen. Da ist zum einen die Geschichte von Hagar und Ismael aus dem ersten Buch Mose, in dem Hagar freudig erkennt: "Du bist ein Gott, der mich sieht." (1.Mos 16,13). Zum anderen passen die Worte aber auch zur Geschichte von der Salbung Davids zum König. Dort wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Dinge eben nicht immer so sind, wie die Menschen sie sehen: "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an." (1.Sam 16,7)

Imagine Dragons - "Believer"

"You made me a believer, believer. Pain! Pain! You break me down, you build me up, believer, believer. Pain!." ("Du machtest mich zu einem Gläubigen, Gläubigen. Schmerz! Schmerz! Du zerstörst mich, Du baust mich auf, Gläubiger, Gläubiger. Schmerz!")

Religiöse Bezüge finden sich in den Liedtexten der Imagine Dragons haufenweise. Kein Wunder, sind zwei der vier Miusiker doch Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen). In manchen Versen von "Beliver" könnte man auf die Idee kommen, dass sie verdeckt über die Bekehrung des Saulus sprechen (Apg 9,1-19). Denn auch Saulus musste Schmerz und Dunkelheit erleiden, er stand vor den Ruinen seines bisher gekannten Lebens und dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen und er wurde ein Gläubiger. 

U2 - "Ordinary Love"

"We can't fall any further if we can't feel ordinary love. And we can't reach any higher, if we can't deal with ordinary love." ("Wir können nicht tiefer fallen, als wenn wir keine gewöhnliche Liebe fühlen können. Wir können nicht höher hinaus, wenn wir nicht mit gewöhnlicher Liebe umgehen können.")

Dass U2 eine Band ist, die in ihren Liedern regelmäßig christliche Bezüge mehr oder weniger offensichtlich durchscheinen lässt ("One, "Where the streets have no name", etc.), ist allgemein bekannt. "Ordinary Love" aus dem Soundtrack des Films "Mandela: Long Walk To Freedom" könnte ein neues, modernes Hohelied der Liebe sein, wie es Paulus in seinem Brief an die Korither formuliert hat (1.Kor 13). Denn so wie in dem U2-Song geht es auch in diesem Paulus-Brief darum, dass alles nichts ist ohne die Liebe.

Taylor Swift - "Eyes Open"

"Keep your feet ready. Heartbeat steady. Keep your eyes open. Keep your aim locked. The night goes dark. Keep your eyes open" ("Halte deine Füße bereit. Deinen Herzschlag gleichmäßig. Halte deine Augen offen. Habe dein Ziel fest im Blick. Die Nacht wird dunkel. Halte deine Augen offen.")

"Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde." Dieser Satz aus dem Matthäusevangelium könnte Taylor Swift zu ihrer dramatischen Balade inspiriert haben, die auch den Abspann des Films "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" begleitet (Mt 25,13). Oder sie hat sich die spirituellen Tipps von Ignatius von Loyola, dem Gründer der Gesellschaft Jesu, besser bekannt als Jesuitenorden, zu eigen gemacht. Denn es gibt durchaus Parallelen zwischen Swifts Ratschlägen und denen von Ignatius von Loyola, wenn es darum geht, was man tun soll, wenn es dunkel wird oder wenn man man verzweifelt ist und sich weit von Gott entfernt fühlt: Gerade dann müsse man die Augen offen halten und der Versuchung widerstehen.

Fun ft. Janelle Monáe - "We are young"

"Tonight we are young, so let's set the world on fire. We can burn brighter than the sun." ("Heute Nacht sind wir jung, also lass uns die Welt aus den Angeln heben. Wir können heller brennen als die Sonne.")

Auch bei diesem Lied von der Band Fun könnten das Matthäusevangelium und Ignatius von Loyola eine Rolle gespielt haben - zumindest bei manchen Zeilen. So spricht Jesus in der Bergpredigt davon, dass die Menschen das Licht der Welt seien und dass sie ihr Licht leuchten lassen sollen vor den Leuten (Mt 5,14-16). Diese Stelle der Bibel soll für Ignatius von Loyola eine so große Bedeutung gehabt haben, dass es angeblich die letzten Worte gewesen sein sollen, die er seinem guten Freund und Mit-Heiligen Franz Xaver mit auf den Weg gab, als dieser sich auf den Weg nach Südostasien machte und mit denen er die Briefe an alle weggehenden Jesuiten unterschrieb: "Ite inflammate omnia" - auf deutsch: Geh, und setz die Welt in Flammen.

Natasha Bedingfield - "Pocket full of Sunshine"

"And there's no more lies. In the darkness, there's light. And nobody cries. There's only butterflies." ("Dort gibt es keine Lügen mehr. In der Dunkelheit ist Licht. Und niemand weint. Es gibt dort nur Schmetterlinge.")

Diese Beschreibung eines geradezu paradiesischen Ortes könnte Natasha Bedingfield fast aus der Bibel kopiert haben. Dort wird der Himmel bzw. das Paradies als ein Ort beschrieben, an dem niemand weint (Offb 21,4) und an dem solche Bosheiten wie die Lüge keinen Platz haben (Jes 65,25). Und da Jesus im Himmel ist und er sich einmal selbst als "Licht der Welt" bezeichnet hat, ist es möglich, dass dort auch in die Dunkelheit Licht ist. Bedingfield selbst hat ebenfalls christliche Wurzeln: Sie ist Mitglied der Hillsong Church in London, für die sie auch einige Lieder geschrieben, komponiert und aufgenommen hat.

Zayn feat Sia - "From Dusk till Dawn"

"But you'll never be alone, I'll be with you from dusk till dawn [...] I'll hold you when things go wrong, I'll be with you from dusk till dawn" ("Aber du wirst niemals alleine sein, ich werde bei dir sein von der Dämmerung bis zum Morgengrauen. [...] Ich werde dich halten, wenn etwas schiefgeht, ich werde werde bei dir sein von der Dämmerung bis zum Morgengrauen.")

Was als Schwur zwischen zwei Liebenden gedacht ist, kann aber auch als Gottes Erlösungsversprechen an die Menschen erinnern, so wie es im Alten Testament bei Jesaja (43,1-2) beschrieben wird: "Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen."

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