Organisationen fordern Bildung für Frauen zum Weltbevölkerungstag

Zum Weltbevölkerungstag an diesem Dienstag haben Hilfsorganisationen besseren Zugang zu Familienplanung angemahnt. Noch immer brächten vor allem Frauen südlich der Sahara mehr Kinder zur Welt, als sie wollten, erklärte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung am Montag in Hannover.

Weltweit bekomme jede Frau im Schnitt 2,5 Kinder, die Weltbevölkerung wachse damit jede Minute um 157 Menschen. Derzeit leben nach UN-Berechnungen mehr als siebeneinhalb Milliarden Menschen auf der Erde.

2050 wird die Zahl den Prognosen auf 9,8 Milliarden steigen, 2100 auf 11,2 Milliarden. 1990 waren es noch 5,3 Milliarden Menschen. Die Fünf-Milliarden-Marke überschritt die Weltbevölkerung laut Berechnungen vor genau 30 Jahren am 11. Juli. Deshalb machte die internationale Gemeinschaft dieses Datum zum alljährlichen Weltbevölkerungstag.

Der für die kommenden Jahrzehnte prognostizierte Bevölkerungszuwachs findet laut Vereinten Nationen vor allem in den 47 ärmsten Ländern statt. Die Bevölkerung in diesen Ländern steige von heute einer Milliarde Menschen auf 1,9 Milliarden zur Mitte des Jahrhunderts. Dort gebären den Angaben nach Frauen im Durchschnitt 4,3 Kinder. Zum Vergleich: In Europa brachten Frauen in den Jahren 2010 bis 2015 im Durchschnitt 1,6 Kinder auf die Welt. Bei Statistikern gilt die allgemeine Regel: Frauen müssen im Durchschnitt 2,1 Kinder gebären, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten.

Vor allem in Afrika südlich der Sahara habe jede zweite Frau nicht die Chance, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhüten, erklärte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung. Die Organisation fordert verbesserte Angebote zu Aufklärung und Familienplanung sowie eine stärkere gesellschaftliche Stellung und bessere Gesundheitsversorgung. "Nur so können wir dem Ziel nahe kommen, dass alle Kinder gewollt sind", sagte Geschäftsführerin Renate Bähr.

Die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer wies auf die Bedeutung von Bildung für ein nicht übermäßiges Bevölkerungswachstum hin. Blieben die Mädchen in der Schule, werde auch das Risiko einer Kinderehe reduziert, erklärte die Organisation mit Sitz in München.