Imame setzen Zeichen gegen islamistischen Terror

Eine Gruppe Imame will mit einer Bustour durch Europa ein Zeichen gegen Terrorismus setzen.

Foto: epd-bild/Jürgen Blume

Eine Gruppe Imame will mit einer Bustour durch Europa ein Zeichen gegen Terrorismus setzen.

Imame setzen Zeichen gegen islamistischen Terror
Eine Gruppe Imame will mit einer Bustour durch Europa ein Zeichen gegen Terrorismus setzen.

Am Sonntag machte der Bus aus Paris mit der Aufschrift "Marche des Musulmans contre le terrorisme" (franz: Marsch der Muslime gegen den Terrorismus) an der Berliner Gedächtniskirche Station, wo beim Anschlag vom 19. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zwölf Menschen starben.

Weitere Ziele der Friedenstour sind europäische Städte, die in den vergangenen Jahren besonders von islamistisch motivierten Terroranschlägen betroffen waren - darunter Brüssel, Toulouse und Nizza. Offizieller Start war am Samstag in Paris. Die Tour soll am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, wieder in Frankreichs Hauptstadt enden.

In der Bundeshauptstadt sprach der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge für die muslimischen Geistlichen einen Reisesegen. Er betonte, dass mit der Friedenstour von den Muslimen ein wichtiges Zeichen in die Öffentlichkeit hineingetragen werde: "Die Botschaft, dass der Weg der Religion ein friedlicher ist. Ein segensreicher Weg. Gewalt, Hass und Terror dagegen sind Verrat am Glauben und Verrat an Gott. Denn Gott ist ein Gott des Friedens!", sagte Dröge.

An dem "Marsch der Muslime gegen den Terrorismus" nehmen den Angaben zufolge rund 60 Imame aus Frankreich, Belgien, Tunesien, Guinea und Deutschland teil. Organisiert hat die Aktion Imam Hassen Chalghoumi aus dem Pariser Vorort Drancy gemeinsam mit dem jüdischen Schriftsteller Marek Halter.

Auf ihrer Friedenstour wollen die Imame für die Opfer beten und ein Gegenbild des Islam zeigen, hieß es. Für sie wie für viele Muslime sei der Islam eine Religion des Friedens und wolle zu einem guten Zusammenleben der Menschen beitragen. "Wenn unsere Religion vom IS zur Geisel genommen wird, müssen wir reagieren", hatte Chalghoumi im Vorfeld erklärt.

In Berlin berichteten die Imame, dass sie als Reaktion für die Friedenstour auch von radikalen Islamisten bedroht worden waren. "Hier haben die muslimischen Geistlichen betont, dass im Islam kein Platz für Gewalt und Terror ist", sagte Gedächtniskirchen-Pfarrer Martin Germer.

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