Mindestens 20 Tote bei Anschlag auf Beerdigung in Kabul

Auswärtiges Amt soll bis Juli eine neue Lagebeurteilung vornehmen
Bei einem Anschlag auf eine Trauerfeier in Kabul sind nach Berichten afghanischer Medien am Samstag mindestens 20 Menschen getötet worden. Es handelte sich um die Trauerfeier für einen Demonstranten, der am Freitag bei Protesten gegen die afghanische Regierung ums Leben gekommen war.

Die Demonstranten hatten gegen die schlechte Sicherheitslage protestiert. Bei drei aufeinanderfolgenden Explosionen auf dem Khair-Khana-Friedhof während der Bestattung des Sohnes eines hochrangigen Politikers wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums weitere 35 Menschen verletzt.

Bei der Trauerfeier waren auch Afghanistans Co-Regierungschef Abdullah Abdullah und andere Spitzenpolitiker anwesend. Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet ab und riefen die Bevölkerung auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Die aufständischen Taliban wiesen eine Verantwortung für den Anschlag von sich.



Erst am Mittwoch waren bei einer schweren Explosion im Botschaftsviertel von Kabul etwa 100 Menschen getötet worden.
Als Reaktion auf den Terroranschlag hat die Bundesregierung Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern nach Afghanistan weitgehend ausgesetzt. Das Auswärtige Amt soll bis Juli eine neue Lagebeurteilung vornehmen. Sogenannte Gefährder und Straftäter sollen aber weiter zurückgeführt werden.