Wittenberg bekommt Denkmal "Schwerter zu Pflugscharen"

Wittenberg bekommt Denkmal "Schwerter zu Pflugscharen"
Zur Erinnerung an die Friedensaktion "Schwerter zu Pflugscharen" in der DDR wird am Sonntag in Wittenberg ein Denkmal enthüllt.

Die frei stehende Skulptur soll im Anschluss an einen Gottesdienst in der Stadtkirche im Innenhof des Lutherhauses eingeweiht werden. Dazu werden unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sowie der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, Stefan Rhein, erwartet. Mit dabei ist auch der Initiator der Friedensaktion in den 1980er Jahren, der evangelische Pfarrer Friedrich Schorlemmer.

Schorlemmer hatte 1983 mit etwa 600 Wittenbergern und Besuchern des evangelischen Kirchentages eine sogenannte "Schmiedeliturgie" gefeiert. Während der pazifistischen Aktion wurde ein Schwert erhitzt und umgeformt - gemäß der prophetischen Forderung, Schwerter zu Pflugscharen zu verwandeln.

"Schwerter zu Pflugscharen" wurde zum Motto der ostdeutschen Friedensbewegung. Die Aktion gilt als eine wichtige Wegmarke auf dem Weg zur friedlichen Revolution. Das Denkmal soll an den Mut vieler DDR-Bürger erinnern und ein Zeichen für Zivilcourage setzen.

Für die Gestaltung des Denkmals führte die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle einen Wettbewerb durch. Der Entwurf des Hallenser Künstler Michael Krenz machte das Rennen. Seine 3,2 mal 2 Meter große Stahlplastik soll das Emblem "Schwerter zu Pflugscharen" in Negativform zeigen. In der DDR war dessen Veröffentlichung verboten. Die Kosten für den Kunstwettbewerb und das Erinnerungsmal trugen der Lions Club Wittenberg und weitere Lions Clubs aus ganz Deutschland.

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