Viele Deutsche wollen helfen, können aber nicht

Viele Deutsche wollen helfen, können aber nicht
Ehrenamtliches Engagement lässt sich nach Ansicht vieler Deutscher schlecht mit ihrem Beruf vereinbaren. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage für die Körber-Stiftung in Hamburg. Demnach engagieren sich zwar ein Drittel aller Erwerbstätigen (34 Prozent) ehrenamtlich, doch zwei Drittel (66 Prozent) tun dies nicht. Von ihnen meinen 79 Prozent, dass ihnen die Zeit dafür fehlt. Befragt wurden 1.000 Erwerbstätige ab 15 Jahren in Deutschland.

"Ob Menschen sich engagieren, hängt von vielen Faktoren ab", sagte Jochen Sunken, Programm-Manager bei der Körber-Stiftung. Das Spektrum reiche vom Glauben an die eigene Eignung über den Gesundheitszustand bis hin zum Wissen, wo und wie man sich einbringen kann. Doch die Vereinbarkeit mit dem Beruf sei schon "wegen ihrer zeitlichen Dominanz" eine Grundvoraussetzung: Viele wollten helfen, könnten aber nicht. Die Körber-Stiftung will daher unter dem Motto "Neue Lebensarbeitszeit" Ideen und Modelle entwickeln, wie sich Leben, Arbeit und Zeit anders verbinden lassen.

Immerhin 52 Prozent derer, die derzeit nicht ehrenamtlich tätig sind, würden sich grundsätzlich gerne engagieren. Hier seien vor allem Arbeitgeber in der Pflicht, mehr Freiraum für ein Engagement zu schaffen, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten, sagte Sunken. Nur 32 Prozent aller Befragten haben laut Umfrage bereits solche Arbeitgeber. Jeder fünfte Erwerbstätige wird durch flexible Arbeitszeiten (21 Prozent) und die Möglichkeit von Freistellungen (20 Prozent) unterstützt. 16 Prozent aller Berufstätigen bekommen von ihrem Arbeitgeber Informationen, wo und wie sie sich ehrenamtlich engagieren können.

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