AMCHA: Zahl der hilfesuchenden Überlebenden des Holocaust auf Höchststand

Schatten einer in die Höhe gestreckten Hand auf einer Stele des Holocaust-Mahnmals in Berlin.

Foto: epd-bild/Ralf Maro

Holocaust-Mahnmal in Berlin

AMCHA: Zahl der hilfesuchenden Überlebenden des Holocaust auf Höchststand
Die Zahl hilfesuchender Überlebender des Holocaust bei der Organisation AMCHA ist auf einem neuen Höchststand. 19.946 Menschen konnten 2016 in Psychotherapien, sozialen Aktivitäten und durch Hausbesuche dabei unterstützt werden, mit den Folgen der Verfolgung und teils schweren Traumatisierungen ein würdevolles Leben nach dem Überleben zu gestalten.

"Gerade im Alter werden die traumatisierenden Erinnerungen zur Belastung, wenn das soziale Netz schwächer wird, die Einsamkeit zunimmt, Partner und Freunde sterben. Die Folgen können schwere Depressionen, soziale Isolation und Angstzustände sein," erklärt Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland e.V. Das hohe Durchschnittsalter führt dazu, dass die psychologische und soziale Hilfe verstärkt zu Hause, in Altersheimen und Hospizen organisiert werden muss.

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1987 wurde in Jerusalem AMCHA, das nationale israelische Zentrum für die psychosoziale Hilfe von Überlebenden des Holocaust und ihren Familien, als Selbsthilfeorganisation gegründet. Mehr Infos auf Chrismon.de.