Rheinischer Präses macht scharfe Abgrenzung zu Rechtspopulisten deutlich

Der saarländische Kulturminister Ulrich Commercon, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Präses Manfred Rekowski, der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf und der hessische Kultusminister Alexander Lorz vor der Eröffnun

Foto: dpa/Thomas Frey

Der saarländische Kulturminister Ulrich Commercon, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Präses Manfred Rekowski, der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf und der hessische Kultusminister Alexander Lorz vor der Eröffnung der 69. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr.

Rheinischer Präses macht scharfe Abgrenzung zu Rechtspopulisten deutlich
In einer scharfen Abgrenzung zu Rechtspopulisten hat der rheinische Präses Manfred Rekowski "massiven Widerstand" gegen eine deutsche Leitkultur angekündigt, die Juden und Muslimen keinen Platz in der Gesellschaft lässt. "Aus dem universalen Evangelium darf keine national begrenzte Religion werden", sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland am Montag vor der Landessynode in Bad Neuenahr. Das lehre auch die "oft bittere" Geschichte der Kirche.

"Die Botschaft Jesu Christi gilt allen Menschen in gleicher Weise", betonte Rekowski. "Christus selbst taugt nicht ansatzweise zum Kronzeugen nationaler Identität." Hass habe nichts mit dem Glauben an Gott zu tun, sondern sei eine "Pervertierung des christlichen Glaubens".

Der rechtspopulistischen AfD warf der oberste Repräsentant der 2,6 Millionen rheinischen Protestanten erneut einen Missbrauch des Christentums vor. Es sei "ein falsches Zeugnis", wenn die Partei ihre Politik in ihrem Grundsatzprogramm mit einer diffusen "religiösen Überlieferung des Christentums" begründe, sagte er. In der aktuellen politischen Diskussion würden "Positionen vertreten, die deutlich der christlichen Botschaft widersprechen, obwohl das Etikett 'christlich' benutzt wird".

Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) hatte Rekowski der AfD vor einigen Tagen bereits vorgeworfen, sie versuche "auf abstruse Weise", die eigene Ideologie christlich zu begründen. Diese bestehe "aus einer Mischung von völkischem, nationalem Denken und dem, was man für abendländische Kultur hält".

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