Bischof Meister: Kirche soll mit AfD-Anhängern ins Gespräch kommen

Bischof Meister: Kirche soll mit AfD-Anhängern ins Gespräch kommen
"Die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft steht ohne Wenn und Aber zur Demokratie", sagte Meister.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat davor gewarnt, die Wahlerfolge der AfD zu dramatisieren. "Die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft steht ohne Wenn und Aber zur Demokratie", sagte Meister der hannoverschen "Neuen Presse", die einmalig am Sonntag erschien. Dennoch sei es wichtig, mit Anhängern von Pegida und AfD ins Gespräch zu kommen und über Verunsicherung und Fremdenfeindlichkeit zu sprechen, betonte Meister. 

Dazu plane die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Gesprächsangebote auf Wochenmärkten. "Es ist ein Versuch, den Gesprächsfaden mit Menschen wiederaufzunehmen, die sich von diesem Staat und auch von uns als Kirche weit entfernt haben." 



Mit Leitlinien für die Gemeinden will die Landeskirche verhindern, dass Extremisten bei der Wahl im März 2018 in die Kirchenvorstände einziehen. "Wer sich offen menschenverachtend äußert oder unsere demokratische Grundordnung ablehnt, kann weder Mitglied in einem Kirchenvorstand sein noch sich für so ein Amt zur Wahl stellen", sagte der Landesbischof der Zeitung. Das sei mit dem Evangelium Jesu Christi nicht vereinbar. 

In der Handreichung würden aber ausdrücklich keine Ausschlusskriterien für Mitglieder bestimmter Parteien stehen. Sie solle auch keine Liste verbotener Äußerungen seien. "Es wird deutlich in der Verantwortung der Menschen vor Ort liegen, zu sagen, das, was der oder die da sagt, das geht nicht." Ziel sei nicht, Menschen bei fragwürdigen Aussagen sofort aus den Kirchenvorständen auszuschließen. Es gehe viel mehr darum, ins Gespräch zu kommen und "zu fragen: Was soll die Äußerung? Warum sagst du das?". 

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