"Thesenanschlag" für mehr kirchliches Engagement gegen Tierleid

Mit einem "Thesenanschlag" an das Hauptportal der Dortmunder Pauluskirche hat der evangelische Pfarrer Friedrich Laker am Dienstag an die Kirche appelliert, sich stärker für den Tierschutz einzusetzen.

Gemeinsam mit anderen Aktivisten nagelte er einen entsprechenden Aufruf an die Spitzen der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland an die Kirchentür. Die Teilnehmer brachten zwei Ziegen und mehrere Hunde mit. Vorbild der Aktion ist der legendäre Thesenanschlag am 31. Oktober 1517. Martin Luther (1483-1546) hatte seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht.

Die Kirchenleitungen müssten endlich "ihre Stimmen hörbar und nachhaltig gegen das millionenfache Leid in der Massentierhaltung und den Tierversuchen erheben" und Einfluss auf Politik, Landwirtschaft und Forschung nehmen, erklärte Laker. Massentierhaltung und Tierversuche seien eine "tiefe Verletzung der Mitgeschöpflichkeit".



Verfasser des Aufrufs sind der Vorstand des bundesweiten Netzwerks "Kirche und Tiere" sowie Mitarbeiter des Kirchentags "Mensch-Tier-Schöpfung", den Laker mitorganisiert. Sie sähen sich mit ihrem Anliegen in der reformatorischen Tradition, "mutig und unverdrossen drängende theologische Themen anzusprechen", hieß es. Bereits Ende der 80er Jahre hatte das hessische Pfarrerehepaar Christa und Michael Blanke in ihrem "Glauberger Schuldbekenntnis" bekannt: "Wir haben als Christen versagt, weil wir in unserem Glauben die Tiere vergessen haben."