"Finanziell gute Zeiten" für die evangelische Kirche

Der EKD geht es finanziell noch gut.

Foto: Getty Images/iStockphoto/watoson

Der EKD geht es finanziell noch gut.

"Finanziell gute Zeiten" für die evangelische Kirche
Der EKD geht es finanziell noch gut. Die Synode hat den Haushalt für 2017 am Dienstag verabschiedet. Der Rat der EKD wird aber noch darüber sprechen, wie die Kirche mit den zu erwartenden Mindereinnahmen durch die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder umgehen kann.

Trotz sinkender Mitgliederzahlen lässt die gute Konjunktur die Steuereinnahmen der evangelischen Kirche steigen. Über alle Gliedkirchen hinweg haben sich die Erträge 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro erhöht.

Ratsmitglied Andreas Barner sprach am Montag bei der Einbringung des Haushaltsgesetzes für 2017 auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg von "finanziell guten Zeiten" für die evangelische Kirche. Den Haushalt 2017 mit mittelfristiger Finanzplanung 2018 bis 2020 hat die EKD-Synode am Dienstag, 8. November, beschlossen.

Im Vergleich zu den steigenden Steuereinnahmen ist die Zahl der Mitglieder in der evangelischen Kirche auch im vergangenen Jahr weiter gesunken, um rund 360.000 auf etwa 23,3 Millionen, was einem Minus von rund 1,6 Prozent entspricht. Dennoch sei bei den Erträgen aus der Kirchensteuer auch für das nächste Jahr von einer "stetigen positiven Situation" auszugehen, sagte Barner. Langfristig werde das jedoch nicht so bleiben. Der Rat der EKD habe sich bereits vorgenommen, darüber zu sprechen, wie zukünftig mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen umgegangen werden kann.

Der Haushalt der EKD für 2017, der sich hauptsächlich aus Umlagen der 20 Landeskirchen speist, hat ein Volumen von 215,9 Millionen Euro. Der Zuwachs um rund 8,7 Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr erklärt sich vor allem mit den Feiern zum 500. Reformationsjubiläum. So erhält allein der Verein "Reformationsjubiläum 2017", der für die Organisation mehrer Großveranstaltungen zuständig ist, von der EKD neun Millionen Euro. Für den Mehraufwand im Jubiläumsjahr greift die evangelische Kirche auch auf Rücklagen zurück.

Außerdem werden mit sechs Millionen Euro entsprechend dem Synodenbeschluss vom vergangenen Jahr Projekte zur Flüchtlingshilfe finanziert. Im Haushalt 2017 sind auch 160.000 Euro für die Entwicklung einer Konfi-Bibel-App für die Konfirmandenarbeit eingeplant.

Barner sagte vor den Synodalen: "Mit Mut sollten wir auf das Jahr 2017 zugehen." Vielleicht könne der Schwung des Reformationsjubiläums für einen Mitgliederzuwachs genutzt werden.

Meldungen