Bedford-Strohm: Kirchen müssen sich politisch einmischen

Bedford-Strohm: Kirchen müssen sich politisch einmischen
Sich politisch nicht für die Schwachen einzusetzen, käme einem Verrat der Religion gleich, sagt Heinrich Bedford-Strohm im ZDF-Morgenmagazin. Er warnt vor den Folgen öffentlicher Hetze und Fremdenfeindlichkeit. Die Kirchen müssen im Reformationsjubiläum auch lernen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hält eine politische Einmischung der Kirchen zugunsten der Schwachen für unausweichlich. "Da können wir gar nicht anders", sagte Bedford-Strohm am Freitag im "Morgenmagazin" des ZDF: "Sonst würden wir unsere Religion verraten." Ohne sich für andere einzusetzen, könne man Gott nicht lieben.

Der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten warnte vor den Folgen von öffentlicher Hetze und Fremdenfeindlichkeit. "Über Ängste muss man immer reden", sagte Bedford-Strohm. Doch wenn gegen Menschen gehetzt werde und Gruppen herabgesetzt würden, gelte es Nein zu sagen, fügte er angesprochen auf fremdenfeindliche Demonstrationen von Rechtspopulisten hinzu.

Wenige Tage vor Beginn der Feiern zu 500 Jahren Reformation stellte der bayerische Landesbischof die ökumenische Perspektive heraus. Zum ersten Mal in der Geschichte werde eine Reformationsjubiläum ohne Abgrenzung zwischen Protestanten und Katholiken gefeiert. Der Reformator Martin Luther selbst habe den christlichen Glauben neu auf Jesus Christus beziehen und keine neue Kirche gründen wollen, das solle im Mittelpunkt stehen. "Christus neu entdecken, das können wir heute nur noch gemeinsam", sagte Bedford-Strohm.

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