Mascolo würdigt Dunja Hayali als leidenschaftliche Journalistin

Moderatorin Dunja Hayali bei der Preisverleihung in Hamburg.

Foto: epd/Stephan Wallocha

Moderatorin Dunja Hayali bei der Preisverleihung in Hamburg.

Mascolo würdigt Dunja Hayali als leidenschaftliche Journalistin
Der Journalist Georg Mascolo hat die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali als Frau gewürdigt, die den Beruf des Journalisten "mit Leidenschaft betreibt". In ihr würden sich die "schönsten journalistischen Eigenschaften bündeln", sagte Mascolo am Mittwochabend bei der Verleihung des Robert Geisendörfer Preises in Hamburg.

Diese seien "Hartnäckigkeit, Fairness, ein Sinn für Ungerechtigkeit, eine Lust daran, die Welt zu erklären und ein Respekt für ihr Publikum. Und die Überzeugung, dass ein Journalist den Mächtigen niemals zu nah kommt, denn er bleibt immer und überall ein Fremder."

Hayali, die am Mittwochabend den Sonderpreis der Jury erhielt, forderte diejenigen, die sich in sozialen Netzwerken über die sogenannte Lügenpresse erregen, auf, aufzuhören, "den Journalismus schlechter zu machen, als er ist". Diejenigen, die diesen Begriff verwendeten, wollten keine unabhängige Presse, "sie wollen, dass man ihnen nach dem Mund schreibt, sagte sie. Sie warnte davor, den "Schreihälsen" zu viel Aufmerksamkeit zu geben.

Neben Hayali wurden vier Fernseh- und zwei Radioproduktionen mit dem Robert Geisendörfer Preis ausgezeichnet. Geehrt wurden unter anderem das Radio-Projekt "Auschwitz-Stolpersteine: Stolpern gegen das Vergessen" des NDR-Jugendsenders N-Joy und die WDR-Fernsehdokumentation "Die Folgen der Tat". Der Medienpreis der evangelischen Kirche wurde zum 33. Mal vergeben.

"Auschwitz-Stolpersteine" lasse Erlebnisberichte von Überlebenden des Vernichtungslagers wie Stolpersteine ins Programm rollen, hieß es in der Begründung der Jury. In "Die Folgen der Tat" arbeite Julia Albrecht die Beteiligung ihrer Schwester Susanne am RAF-Attentat auf den Bankmanager Jürgen Ponto auf. Die Jury würdigte die Dokumentation als klugen Interviewfilm, "der sich mit analytischer Distanz und familiärer Intimität der heillosen Geschichte nähert". Das WDR-Hörspiel "Illegale Helfer" wurde dafür ausgezeichnet, dass es zum Nachdenken über Mitmenschlichkeit anrege und grundlegende moralische Fragen aufwerfe. Der NDR-Serie "#EinMomentDerBleibt. Wenn Flüchtlinge erzählen" gelinge ein "eindringlicher Appell, dass jeder Mensch zählt und seine Rechte nicht verhandelbar sind".

EKHN-Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (7. v.l.) neben Sonderpreisträgerin Dunja Hayali und den weiteren Preisträgerinnen und Team des Geisendörfer-Preises.

Der Kinderfernsehpreis ging an die Vox-Serie "Club der roten Bänder", die herausragend gut gespielte Freundschaftsgeschichten über sechs jugendliche Langzeitpatienten in einer Klinik erzähle. Einen weiteren Kinderfernsehpreis erhielt die ZDF-Produktion "stark! Rosa - Tun kann jeder was". Der Jury gefiel an dem Porträt eines Mädchens, das sich für Flüchtlingskinder einsetzt, dass die Titelheldin zeige, wie wenig Aufwand für einen Beitrag zur Integration nötig sei. An der Arbeit der Sonderpreisträgerin Dunja Hayali beeindruckte die Jury die Beharrlichkeit der "Morgenmagazin"-Moderatorin in der Auseinandersetzung mit Menschen, die zuvor ihre Arbeit oder sie persönlich verunglimpft hätten. (Mehr dazu hier beim Morgenmagazin.)

Der Robert Geisendörfer Preis wird seit 1983 jährlich im Gedenken an den christlichen Publizisten Robert Geisendörfer (1910-1976) verliehen. Die EKD zeichnet damit Hörfunk- und Fernsehsendungen aus allen Programmsparten aus, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Die Verleihung fand während des 4. Evangelischen Medienkongresses statt.