Jugenddorfwerk und Deichmann bereiten Flüchtlinge auf Beruf vor

Symbolfoto: Berufs-Orientierungskurs für Flüchtlinge.
Foto: dpa/Patrick Pleul
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Jugenddorfwerk und Deichmann bereiten Flüchtlinge auf Beruf vor
In einem Pilotprojekt bereitet das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) gemeinsam mit dem Essener Schuhhändler Deichmann seit Juli junge Flüchtlinge ohne Schulpflicht auf die Arbeitswelt vor.

Den auf 18 Monate angelegten Berufs-Orientierungskurs für Flüchtlinge in Essen können insgesamt 60 junge Leute absolvieren, wie das CJD und Deichmann am Mittwoch in Essen mitteilten. Sie erhalten in drei sechsmonatigen Kursen Sprachunterricht und können sich in verschiedenen Berufsfeldern wie Maler und Lackierer, Garten- und Landschaftsbau sowie Hauswirtschaft erproben. Dafür hat Deichmann 200.000 Euro bereitgestellt.

"Wir wollen mit diesem Projekt etwas Positives zeigen und hoffen, dass sich auch andere auf den Weg machen, um Partner für Integrationsmaßnahmen zu finden", sagte Deichmann-Sprecher Ulrich Effing. Es gehe bei der bundesweit wohl einzigartigen Kooperation von Wirtschaftsunternehmen und Wohlfahrtsverband um Hilfe zur Selbsthilfe: "Wir wollen, dass junge Flüchtlinge in der neuen Kultur zurechtkommen und ihren Weg in die Arbeitswelt finden."



Frühere Versuche des christlich geprägten Familienunternehmens Deichmann, Flüchtlingen ohne weitere Vorbereitung Praktikums- und Ausbildungsplätze anzubieten, hätten gezeigt, dass dies aufgrund von Sprachdefiziten und Bürokratie schwierig sei. Deshalb sei man an das CJD herangetreten, sagte Effing.

Nach Angaben von Gerd Diesel, Gesamtleiter des CJD NRW Nord, werden seit Juli 2016 zwei Frauen und 19 Männer unter 30 Jahren aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea, Guinea und Nigeria in den Lehrwerkstätten des CJD-Zehnthof in Essen ausgebildet. Alle hätten einen Asylantrag gestellt, sie wollten dauerhaft in Deutschland bleiben und hätten bisher keine Berufsausbildung. Die meisten von ihnen leben noch in Zeltdörfern oder Wohnheimen.

"Junge entwurzelte Menschen brauchen besondere Unterstützung, um bei uns anzukommen", erklärte Diesel. Es gehe darum, die betriebliche Integration sowohl für Flüchtlinge als auch für Unternehmen zu erleichtern. Teil der Ausbildung sei neben intensiven Sprachkursen auch interreligiöses und interkulturelles Lernen wie etwa der Umgang mit Ämtern, das Verhalten beim Einkaufen und das Kennenlernen der Geschlechterrollen.